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    Wie lässt sich Keuchhusten erkennen?

    Keuchhusten (oder Pertussis) gilt als eine der gefährlichsten Infektionserkrankungen in Deutschland. Das Bakterium Bordetella pertussis ist dabei für die schwere Infektion der Atemwege verantwortlich. Von Keuchhusten waren meistens Kinder betroffen, doch schon längst wird die Krankheit nicht mehr als klassische Kinderkrankheit eingestuft. Wie Sie einen Keuchhusten erkennen können, wie eine Keuchhusten-Infektion verläuft und was man dagegen tun kann, erfahren Sie in diesem Artikel.

    Kleines Mädchen wird von Doktor untersucht

    Das Wichtigste auf einen Blick

    • Keuchhusten ist eine hochinfektiöse und schwere Infektionskrankheit, gekennzeichnet von heftigen und langen Hustenattacken.
    • Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr wird flächendeckend gegen Keuchhusten geimpft.
    • Durch eine PCR lässt sich schnell und zuverlässig der Krankheitserreger feststellen.
    • Eine Keuchhustenerkrankung sollte immer ärztlich begleitet sein, die Gabe von Antibiotika ist dabei zwingend notwendig.

    Keuchhusten wird durch Tröpfcheninfektion übertragen und ist gerade für Neugeborene oder Säuglinge schnell lebensgefährlich, denn durch die Hustenanfälle droht Erstickungsgefahr. Immer noch sterben weltweit Tausende an dieser Infektionskrankheit. Deswegen unterliegt Keuchhusten auch einer Meldepflicht beim Gesundheitsamt.

    Erste Symptome und weiterer Verlauf des Keuchhustens

    Das Hauptmerkmal des Keuchhustens ist bereits im Namen enthalten: Heftige und langandauernde Hustenanfälle, die einen regelrecht zum Keuchen bringen können. Bei einer Pertussis verläuft die Krankheit typischerweise in drei Phasen:

    Erkältungsphase (Stadium catarrhale)

    Zu Beginn einer Infektion ist ein Keuchhusten kaum zu unterscheiden von einem normalen Erkältungshusten. Der Husten ist in der ersten Zeit noch nicht so heftig und wird meist begleitet von Schnupfen oder leichtem Fieber und geröteten Bindehäute. Diese Phase dauert ungefähr ein bis zwei Wochen.

    Anfallphase (Stadium convulsivum)

    Im weiteren Verlauf entwickelt sich der Husten in krampfartige Hustenanfälle, die über Minuten gehen können – der charakteristische Keuchhusten. Diese können so heftig sein, dass auch Atemnot, Würgen von Schleim oder Erbrechen auftreten. Ein Verkrampfen der Kehlkopfs kann daraus erfolgen, was einen hohen Laut oder eine Art Juchzen beim Einatmen hervorruft. Innerhalb von 24 Stunden muss mit bis zu fünfzig Hustenanfällen gerechnet werden, viele davon leider nachts. Fieber ist allerdings selten. Diese Phase kann vier bis sechs Wochen lang andauern.

    Erholungsphase (Stadium decrementi)

    Wird die Krankheit erfolgreich behandelt und stellt sich langsam eine Ausheilung ein, können noch weitere sechs bis zehn Wochen vergehen. In dieser Zeit werden die Hustenattacken etwas weniger werden. Bis zu einer endgültigen Genesung können weitere drei Monate vergehen.

    Kleines Mädchen hustet bei einer Ärztin

    Ist Keuchhusten ansteckend?

    Keuchhusten sollte man nicht unterschätzen. Doch kann man sich daran auch anstecken? Hier erfahren Sie, wie man die Krankheit erkennen kann und wie man sich vor Keuchhusten schützen kann.

    Kleiner Junge bekommt einen Löffel Hustensaft

    Mittel gegen Keuchhusten

    Gibt es wirklich Hausmittel die gegen Keuchhusten helfen können? Lesen Sie hier, welche natürlichen Mittel und Medikamente die Symptome der Krankheit lindern können.

    Impfung und Immunität gegen Keuchhusten

    Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr schon zu Beginn der Infektion, gehört die Impfung gegen Keuchhusten inzwischen zum Standard. Rund 95 Prozent aller Schulanfänger in Europa sind mittlerweile gegen Keuchhusten geimpft. Doch es sind immer mehr Erwachsene, die sich mit Bordetella pertussis infizieren. Die Immunität einer Impfung, die bei einem Kind vorgenommen wurde, lässt im Laufe des Lebens nach und sollte im Erwachsenenalter aufgefrischt werden. Besonders Frauen im gebärfähigen Alter sollten eine solche Auffrischung wahrnehmen.

    Wer nicht gegen Keuchhusten geimpft wurde, hat ein 70 bis 80 prozentiges Risiko, sich anzustecken. Hat man eine Keuchhustenkrankheit überstanden, besteht eine Immunität über etwa zehn Jahre. Danach ist eine erneute Infektion möglich, die meist etwas milder verläuft. So stellen gerade Jugendliche mit Erkältungssymptomen ein Infektions-Risiko für Säuglinge dar.

    Gibt es eindeutige Tests, um Keuchhusten festzustellen?

    Bei einer Keuchhustenerkrankung von Kindern kann ein Arzt dies aufgrund der typischen Hustenanfälle feststellen. Ein Schnelltest und zugleich zuverlässige Methode ist durch eine PCR (Polymerase Chain Reaction = Polymerase-Kettenreaktion) möglich. Durch die Analyse des Nasensekrets sind die Krankheitserreger nachweisbar, noch bevor sich Antikörper gebildet haben. Für eine PCR reichen kleinste Mengen von Erbinformationen der DNS aus. Somit gehört diese Methode zu einer der sensibelsten Verfahren in der Infektionsdiagnostik.

    Die Diagnose Keuchhusten kann noch mit einer weiteren Untersuchung abgesichert werden. Ein Abstrich im hinteren Rachen/Nasenraum im ersten oder zu Anfang des zweiten Stadiums kann Bakterien nachweisen.

    Keuchhusten ist eine typische Kinderkrankheit und ist gerade für Neugeborene und Babys besonders gefährlich. Noch um 1900 gehörte Keuchhusten neben Scharlach, Diphtherie und Masern zu den häufigsten Todesursachen bei Kindern. Doch auch mehr Erwachsene als gemeinhin angenommen können sich mit dem Bakterium infizieren.

    Keuchhusten ist eine typische Kinderkrankheit und ist gerade für Neugeborene und Babys besonders gefährlich. Noch um 1900 gehörte Keuchhusten neben Scharlach, Diphtherie und Masern zu den häufigsten Todesursachen bei Kindern. Doch auch mehr Erwachsene als gemeinhin angenommen können sich mit dem Bakterium infizieren.

    Wie wird ein Keuchhusten behandelt?

    Eine Tasse Tee mit Zitrone Honig und Zwiebel

    Bewährte Hausmittel können die Symptome von Keuchhusten lindern

    Keuchhusten wird gleich zu Erkrankungsbeginn über die Verabreichung eines Antibiotikums behandelt, das über 14 Tage lang einzunehmen ist. Dieses Antibiotikum tötet die krankheitserregenden Bakterien und verkürzt die Ansteckungsgefahr. In diesen zwei Wochen können Hustenattacken weiter anhalten. Bis die Erreger abgebaut sind und sich die Bronchien erholt haben, sollten betroffene Kinder und Erwachsene in dieser Zeit und auch noch danach zuhause bleiben. Auch nachdem sie nicht mehr ansteckend sind, ist eine Schonzeit wichtig.

    Säuglinge und kleine Kinder sollten im Falle einer Erkrankung immer stationär im Krankenhaus behandelt werden, weil dort sicher einem Erstickungsrisiko entgegengewirkt und dafür gesorgt werden kann, dass Schleim abgesaugt werden kann.

    Während der Erkrankung ist vor allem in der Anfallsphase strikte (Bett-) Ruhe angesagt. Durch körperliche Anstrengungen oder psychische Belastungen können die anstrengenden Hustenattacken noch verstärkt oder wieder hervorgerufen werden. In der Erholungsphase dürfen Patienten nicht kalter Luft und Zigarettenrauch ausgesetzt sein und sollten weiterhin jede körperliche Anstrengung vermeiden. Höchstens Spaziergänge sind erlaubt.

    Um die entzündeten Schleimhäute in den Lungen zu durchfeuchten, ist viel trinken empfehlenswert. Auch Inhalationen mit Kamille und isotonischem Meersalz wirken lindernd.

    Wann sollte man zum Arzt gehen?

    Grundsätzlich ist der Keuchhusten eine Erkrankung, die immer in ärztlicher Behandlung erfolgen sollte. Wird Keuchhusten nicht behandelt, können schwere Lungenprobleme entstehen. Sobald sich ein sehr starker, langanhaltender und quälender Husten zeigt, ist eine medizinische Behandlung mit Antibiotika nötig. Eltern haben hier eine besondere Verantwortung für ihre Kinder zu tragen.
    Auch in Kombination mit farbigem oder eitrigem Auswurf sollten Sie immer einen Arzt hinzuziehen. Die Ausheilung eines Keuchhustens ist ein längerer Krankheitsprozess, den Sie ernst nehmen sollten!

    Schon gewusst?

    Schon im Anfangsstadium ist Keuchhusten hochansteckend. Das ist besonders tückisch, weil dieser am Anfang oft noch nicht klar als solcher diagnostiziert wurde. In dieser Zeit können sich alte Menschen, Babys und Kinder leicht infizieren.

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