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    Keuchhusten bei Kindern

    Keuchhusten (pertussis) ist gerade bei Kindern eine ernstzunehmende Erkrankung. Eine Infektion mit Keuchhusten kann zahlreiche Komplikationen mit sich führen. Anders als bei Erwachsenen sind die Symptome intensiver und können dauerhafte Schäden verursachen. In unserem Artikel erhalten Sie alle wichtigen Informationen, falls sich Ihr Kind angesteckt haben sollte und dazu, wie Sie die Gefahr einer Infektion mindern können, wann Sie zum Arzt gehen sollten, wie lange das Kind nach einer Infektion daheim bleiben muss und was es noch zu beachten gilt.

    Mädchen sitzt im Bett und hustet

    Das Wichtigste auf einen Blick

    • Kinder haben ein schwächeres Immunsystem und sind daher anfälliger für Keuchhusten.
    • Erwachsene tragen wesentlich zur Übertragung der Erreger bei.
    • Keuchhusten ist hoch ansteckend. Es gibt kaum eine Möglichkeit, sich nicht damit anzustecken.
    • Sich impfen zu lassen ist der beste Schutz gegen eine Infektion.
    • Säuglinge und Babys müssen im Krankenhaus behandelt werden.
    • Hat sich eines Ihrer Kinder angesteckt, sind viel Flüssigkeit, Breikost, Ruhe, Zuwendung und Hausmittel gegen Husten die Mittel zur Behandlung daheim.
    • Nach der Gabe von Antibiotika ist das Kind noch etwa 5 Tage ansteckend.
    • Selbst Personen, die die Impfungen bereits hinter sich haben, können weiterhin die Erreger übertragen.

    Warum erkranken Kinder besonders häufig an Keuchhusten?

    Eigentlich gibt es eine flächendeckende Impfung gegen Keuchhusten. Doch manchmal wird die Impfung vergessen oder aufgeschoben. Und gerade Kinder haben ein sehr sensibles Immunsystem, das sich noch entwickeln muss. Kinder ziehen Krankheiten nahezu magisch an. Erwachsene hingegen können Erreger viel leichter abwehren. Dennoch können sie Wirte der Erreger sein, ohne dass sie es merken. Vielleicht ist der Impfschutz abgelaufen oder die Infektion verläuft still. Schließlich zeigen Erwachsene, die sich mit Keuchhusten angesteckt haben, häufig nicht die typischen Hustenanfälle.

    Wie kann man eine Ansteckung mit Keuchhusten vermeiden?

    Zunächst ganz klar die Impfung gegen Keuchhusten (in Kombination mit Tetanus und Diphtherie oder auch Kinderlähmung). Allerdings hält der Impfschutz nur 6 bis 10 Jahre. Danach muss er aufgefrischt werden. Kaum ein Erwachsener denkt noch daran.

    Keuchhusten ist hoch ansteckend. Kommt Ihr ungeimpftes Kind oder Sie selbst mit jemanden in Kontakt, der an dieser Krankheit leidet, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass eine Ansteckung stattfindet. Das lässt sich dann nicht vermeiden. Achten Sie daher darauf, dass Ihr Kind nicht mit infizierten Säuglingen und Babys, anderen kranken Menschen oder alten Menschen in Kontakt kommt.

    Eine Tasse Tee mit Zitrone Honig und Zwiebel

    Mittel gegen Keuchhusten

    Zusätzlich zu Antibiotika, gibt es auch Hausmittel, die die Beschwerden bei Keuchhusten mildern können.

    Mädchen wird gegen Keuchhusten geimpft

    Impfung gegen Keuchhusten

    Warum sollte man sich gegen Keuchhusten impfen lassen und wann muss man die Impfung auffrischen?

    Wie verläuft die Behandlung von Keuchhusten bei Kindern?

    Zunächst muss Ihr Arzt die Diagnose Keuchhusten sichern. Danach gibt es für 14 Tage Antibiotika, wodurch sich die Ansteckungszeit auf etwa 5 Tage verkürzt. Hustensaft verschafft in diesem Fall kaum eine Linderung. Falls sich sehr zäher Schleim bildet, können schleimlösende Medikamente gegeben werden.

    Säuglinge, die Keuchhusten haben, müssen im Krankenhaus behandelt und überwacht werden. Die zum Teil sehr heftigen Hustenanfälle können lebensbedrohlich sein und zum Atemstillstand führen. Hier werden auch stärker wirksame Medikamente wie Kortison gegeben, das Kind muss unter Umständen abgesaugt werden. Es ist noch nicht in der Lage, den zähen Schleim selber abzuhusten.

    Weitere Möglichkeiten der Behandlung von Keuchhusten bei Kindern zuhause sind:

    • Viel trinken, um das Sekret zu verflüssigen.
    • Der Keuchhusten kann zu starkem Würgereiz führen, infolge dessen sich die Kinder übergeben müssen. Aus diesem Grund ist breiige Nahrung über den Tag verteilt die bessere Wahl. Auch, um die Gefahr des versehentlichen Einatmens zu reduzieren.
    • Die Umgebung der Kinder sollte reizarm sein. Stress und Unruhe können den Hustenreiz verstärken.
    • Ebenso sollte das Kind auf Sport und wildes Toben verzichten. Ruhige Spielmöglichkeiten sind hier angebracht.
    • Lassen Sie das Kind regelmäßig inhalieren (am besten mit einem Inhalator aus der Apotheke oder dem Sanitätshaus).
    • Warme Brustwickel vor dem Zubettgehen lindern die Beschwerden ebenfalls.
    • Greifen Sie auch auf andere Hausmittel gegen starken Husten zurück.

    Bewegung an der frischen Luft hilft Kindern, die heftigen Hustenattacken etwas unter Kontrolle zu kriegen. Aber das wilde Toben oder gar Sport sollten unterlassen werden. Dies kann erneute Hustenanfälle provozieren.

    Bewegung an der frischen Luft hilft Kindern, die heftigen Hustenattacken etwas unter Kontrolle zu kriegen. Aber das wilde Toben oder gar Sport sollten unterlassen werden. Dies kann erneute Hustenanfälle provozieren.

    Wann muss ich mit dem Kind zum Arzt?

    Pseudokopp ansteckend

    Bei Kindern kann der Krankheitsverlauf schlimmer sein als bei Erwachsenen.

    Wenn Ihre Tochter oder Ihr Sohn zunehmend erschöpft ist, apathisch und kraftlos wirkt, gehen Sie zum Arzt. Auch, wenn Ihr Schützling über starke Schmerzen beim Husten klagt. Durch die heftigen Hustenattacken kann es zu einem Leistenbruch oder auch zu Rippenbrüchen kommen. Häufig kommt es auch zu einer Lungenentzündung oder einer Mittelohrentzündung. Eine schwere Folge des Keuchhustens kann eine Hirnhautentzündung sein, die sich beginnend mit hohem Fieber ankündigt. Dahingehen kann es zu Krämpfen und Bewusstlosigkeit kommen.

    Wie lange muss mein Kind zuhause bleiben?

    Wenn Ihre Schützling akut erkrankt ist, kann es natürlich nicht in den Kindergarten bzw. in die Kita gehen. Keuchhusten gehört unter anderem neben Röteln, Masern oder Windpocken zu den Erkrankungen, die daheim solange auskuriert werden müssen, bis die Kinder nicht mehr ansteckend sind. Bei Keuchhusten kann man sagen, dass die Kinder nach der Gabe von Antibiotika nach etwa 5 Tagen nicht mehr ansteckend sind. Theoretisch könnte Ihr Schützling dann auch wieder in die Betreuungseinrichtung gehen. Allerdings wird es unter Umständen von der Symptomatik sehr erschöpft sein. Sie tun Ihrem Kind keinen Gefallen, es zu früh in den Kindergarten zu schicken. Klären Sie diese Frage im Detail am besten mit dem Kinderarzt. Jedoch verläuft der Keuchhusten bei nur rund 10% der Betroffenen schwer. Bei 90% ist der Verlauf relativ harmlos.

    Schon gewusst?

    Vorbeugend kann man sich gegen Keuchhusten impfen lassen. Die Impfung sollte regelmäßig aufgefrischt werden, damit der Schutz vor der Krankheit erhalten bleibt.

    Können sich Eltern am erkrankten Kind anstecken?

    Der Keuchhusten verläuft in drei Stadien. Das erste Stadium ist jenes, das einer Erkältung oder einer Grippe ähnelt. Man kommt also noch nicht auf die Idee, dass es sich bereits um das Krankheitsbild von Keuchhusten handelt. In dieser Phase, die etwa drei Wochen andauert, ist pertussis hoch ansteckend. Selbst wenn Sie geimpft sind, können Sie zu einer Übertragung der Erreger beitragen. Daher sollten Sie, wenn Sie wissen, dass Ihr Kind an Keuchhusten leidet, ebenfalls den Kontakt zu Babys, Alten und Schwachen meiden.

    Bewegung an der frischen Luft hilft Kindern, die heftigen Hustenattacken etwas unter Kontrolle zu kriegen. Aber das wilde Toben oder gar Sport sollten unterlassen werden. Dies kann erneute Hustenanfälle provozieren.

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    Autor

    Fabienne Müller

    Seit 15 Jahren Autorin im medizinischen Bereich.
    Fabienne Müller

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