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    Ist Keuchhusten ansteckend?

    Keuchhusten (pertussis) ist eine ansteckende Infektionskrankheit. Kinder, Alte oder Immungeschwächte reagieren besonders empfindlich auf diese Erkrankung. Aber auch bei Erwachsenen kann sie zu schweren Komplikationen führen. In unserem Artikel erfahren Sie alles darüber, was sie wissen müssen, wie ansteckend Keuchhusten ist, wie lange die Inkubationszeit dauert und was man tun kann. Weitere Informationen zum Thema Keuchhusten finden Sie übrigens auf unserer Übersichtsseite.

    Frau hustet in den Ellenbogen

    Das Wichtigste auf einen Blick

    • Keuchhusten gehört mit zu den ansteckendsten Krankheiten
    • Er wird per Tröpfcheninfektion übertragen
    • Die Hustenanfälle sind krampfartig und können bis zu 50 Mal am Tag vorkommen
    • Mit Antibiotika verkürzt sich die Zeit, in der man andere anstecken kann, auf fünf Tage
    • Wer geimpft ist hat den besten Schutz gegen Keuchhusten
    • Vergessen Sie nicht, Ihren Impfschutz kontrollieren zu lassen
    • Für Babys und Säuglinge kann Keuchhusten lebensgefährlich sein

    Wie erkennt man Keuchhusten?

    Bevor man überhaupt auf die Idee kommen kann, ob Erwachsene oder Kinder sich mit Keuchhusten angesteckt haben, muss man die Symptome kennen.

    Der Keuchhusten verläuft in drei Stadien. Das erste Stadium dauert etwa zwei bis drei Wochen. In dieser Zeit ähnelt die Infektion einer gewöhnlichen Erkältung oder Grippe. Die Nase läuft, man hustet und hat leichtes Fieber. Aber in dieser Phase ist der Keuchhusten bereits hoch ansteckend.

    Danach folgt die Phase, die das typische keuchende Husten beinhaltet. Es passieren heftigste Hustenanfälle. Bis zu 50 solcher Hustenanfälle können in 24 Stunden vorkommen. Diese sind vor allem nachts stark. Etwa 4 bis 6 Wochen dauert diese Phase. Der Husten ist krampfartiglaut und stakkatoartig, also rasch hintereinander folgen schnelle Hustenstöße. In 50% der Fälle enden die Hustenanfälle mit einem Keuchen. Typisches Symptom auch: Die herausgestreckte Zunge. Vor allem bei Kindern treten diese Symptome eher auf. Bei Säuglingen hingegen kann es eher zu Atemaussetzern kommen. Wenn Sie das bei Ihrem Kind bemerken, muss es im Krankenhaus behandelt werden.

    Bei Jugendlichen und Erwachsenen verläuft die Erkrankung häufig ohne die klar erkennbaren Symptome. Hier zeigt sich eher ein lang anhaltender, trockener Husten, der aber meist krampfartig ist.

    Eine Tasse Tee mit Zitrone Honig und Zwiebel

    Mittel gegen Keuchhusten

    Durch eine Impfung kann Keuchhusten vorgebeugt werden. Doch wenn man erkrankt, welche Hausmittel können das Leiden lindern?

    Junge Frau sitzt aufrecht im Bett und hustet- im Vordergrund ein paar Zitronen und eine Tasse Tee

    Keuchhusten Ursachen

    Zum Thema Keuchhusten finden Sie weitere und detailliertere Tipps und Information über die Ursachen von Keuchhusten.

    Wie wird Keuchhusten übertragen?

    Der Erreger, der für den Keuchhusten verantwortlich ist, ist das Bakterium bordetella pertussis. Es verteilt sich per Tröpfcheninfektion, also über Husten, Niesen, Küssen und Sprechen. Wirt des Erregers sind nur Menschen, Tiere können nicht daran erkranken. Die Übertragung findet auch statt, wenn Sie oder Ihre Kinder Spielsachen oder andere Gegenstände anfassen, die mit einem Infizierten im Kontakt waren.

    Wie hoch ist die Inkubationszeit und wie lange ist Keuchhusten ansteckend?

    Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit, beträgt bei Keuchhusten 7 Tage bis 3 Wochen. Unbehandelt sind Betroffene danach bis zu 6 Wochen lang ansteckendWerden Antibiotika eingenommen, verkürzt sich die Ansteckungsphase auf 5 Tage.

    Keuchhusten ist bereits vom ersten Tag der Ansteckung auch für andere Menschen infektiös.

    Erwachsene vergessen oft, Ihren Impfschutz aufzufrischen und fühlen sich vermeintlich sicher. Doch auch wenn die Erkrankung bei Erwachsenen meist harmloser verläuft, können Sie die Erreger an Kinder übertragen. Bei diesen kann es zu lebensgefährlichen Komplikationen kommen.

    Erwachsene vergessen oft, Ihren Impfschutz aufzufrischen und fühlen sich vermeintlich sicher. Doch auch wenn die Erkrankung bei Erwachsenen meist harmloser verläuft, können Sie die Erreger an Kinder übertragen. Bei diesen kann es zu lebensgefährlichen Komplikationen kommen.

    Wie kann man eine Ansteckung mit pertussis verhindern?

    Mädchen wird gegen Keuchhusten geimpft

    Eine Impfung kann vor Keuchhusten schützen, muss aber nach einigen Jahren aufgefrischt werden.

    Zunächst ist eine Impfung gegen Keuchhusten ganz klar die beste vorbeugende Maßnahme. Sie bietet den effektivsten Schutz, allerdings auch keine lebenslange Immunität. Der Impfschutz hält nicht ewig und muss im Erwachsenenalter aufgefrischt werden. Das vergessen allerdings viele, was die immer wieder auftretenden Infektionen erklärt. Doch selbst bei bestehendem Impfschutz können Sie die Erreger weiter verbreiten. Wichtig ist es, infizierte nicht mit Säuglingen, Babys, Alten und Kranken in Kontakt kommen zu lassen, bis die Gefahr der Ansteckung vorbei ist. Weitere Maßnahmen:

    • Wenn Sie längere Zeit unter einem hartnäckigen, krampfartigen Husten leiden, dann lassen Sie sich auf Keuchhusten testen.
    • Geht Ihr Kind in den Kindergarten oder die Kita und es sind Fälle von Keuchhusten aufgetreten, dann lassen Sie auch Ihr Kind testen
    • Vermeiden Sie es, Ihren Säugling auf kurze Distanz anzuhusten, egal, ob Sie mit Keuchhusten infiziert sind oder nicht
    • Ist jemand aus Ihrer engeren Familie an Keuchhusten erkrankt, kann die ganze Familie vorbeugend antibiotisch behandelt werden.

    Schon gewusst?

    Haben Sie sich mit Keuchhusten angesteckt sollten Sie sich vor allem von kleinen Kindern, älteren oder Menschen mit einem geschwächten Immunsystem fernhalten.

    Wer ist besonders anfällig für Keuchhusten?

    Grundsätzlich sind alle Menschen in jedem Alter anfällig, sich mit Keuchhusten anzustecken. Aber wie das bei allen Infektionskrankheiten ist, sind gerade diejenigen am gefährdetsten, die das schwächste Immunsystem haben. Alte Menschen, chronisch Kranke, Kinder (insbesondere Säuglinge und Babys) oder solche, die Immunsuppressiva nehmen. Das sind Medikamente, die das Immunsystem dämpfen.

    Muss ich mich gegen Keuchhusten impfen lassen?

    Tatsächlich besteht in Deutschland keine Impfpflicht. Es gibt viele Leute, die das Impfen nicht gutheißen, was mit den Wechselwirkungen zu tun hat. Ein Thema, um das es viel Streit und Diskussionen gibt, was auch noch für etliche Jahre für Gesprächsstoff sorgen wird. Ratsam ist es in jedem Fall, immer einen aktuellen Impfschutz zu haben und sich nicht erst dagegen impfen zu lassen, wenn der Keuchhusten wieder einmal in der Nähe ist, denn Keuchhusten kann immer vorkommen. Selbst wenn Sie keine Kinder haben, schützen Sie damit gerade Babys und Säuglinge anderer Familien. Der Keuchhusten kann für die Allerkleinsten unter uns tödlich enden. Deshalb werden Kinder meist routinemäßig im Rahmen der Mehrfachimpfung auch gegen Keuchhusten geimpft.

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    Autor

    Dr. Wolfgang Randelshofer

    Pneumologie und Schlafmedizin - 34 Jahre Berufserfahrung
    Dr. Wolfgang Randelshofer

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