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    Husten durch Stress: der psychogene Husten

    In der Regel ist Husten eine Abwehr-Reaktion des Körpers. Der Organismus spürt, dass sich im Rachenraum oder in den Atemwegen Fremdkörper, Bakterien oder Viren befinden, die dort nicht hingehören. Als Folge lösen sogenannte Rezeptoren Hustenreflexe aus, die dafür sorgen sollen, dass sich die unliebsamen Gäste wieder entfernen.

    Doch wie ist es, wenn die Medizin keine pulmonalen oder extrapulmonalen Ursachen feststellen kann, wenn die Auslöser nicht zu klären sind? Diesen Fragen wollen wir in dem Artikel auf den Grund gehen. Weshalb ist jemand der „im Stress steht“, anfälliger für Husten? Was will uns die Psyche sagen, wenn sie uns Hustenanfälle schickt? Welche Möglichkeiten gibt es, um die Ursachen zu erkennen und die Symptome zu mildern?

    Junge Frau am Schreibtisch hustet

    Weshalb psychogene Faktoren „Husten ohne Auswurf“ auslösen

    Die medizinische Einordnung des „psychogenen chronischen Hustens“ durch den Arzt erfolgt als „somatoforme autonome Funktionsstörung des respiratorischen Systems“ oder als „Konversionsstörung“ (siehe Info – Box). Was ist für Betroffene charakteristisch bei psychogenem Husten.

    • es sind keine anderen, somatischen Krankheitsursachen feststellbar (bspw. Infekte, Asthma, COPD, Bronchitis, andere chronische Erkrankung der Atemwege, usw.)
    • aktuell steht der Patient unter erheblicher, psychisch-sozialer Belastung, einer Traumatisierung oder eines emotionalen Konflikts
    • es liegen andere psychische Erkrankungen vor, wie Angststörungen, Depressionen, Phobien, etc.
    • weitere Auslöser können sein: Verlustängste, Empfindungen von Neid, Abwehr intensiver Gefühlsbelastungen, Stress in der Schule, im Beruf, in der Familie

    Mangels anderer Möglichkeiten, diese Belastungen loszuwerden, versucht es der Organismus erstmal mittels Aushustens. So will er die angestauten psychischen Belastungen und Aggressionen, durch Husten abbauen.
    Ein Infekt der oberen Atemwege kann, als vorangegangener Auslöser, die Reizschwelle für den Husten senken und damit einen Kreislauf in Gang setzen, der in letzter Konsequenz als chronischer Husten zu diagnostizieren ist.
    Die Diagnose bereitet manchmal Schwierigkeiten, da keine funktionelle Störung oder organische Ursache vorzuliegen scheint. Deshalb kann es vorkommen, dass schwer erklärbarer Husten zu spät als psychogen eingestuft wird.

    Wann tritt Husten durch Stress, psychogener Husten, verstärkt auf?

    Alles beginnt mit einem Reizhusten für die Dauer von etwa drei Tagen. Dann setzen sich die Atemwege langsam mit Schleim zu und es brodelt und rasselt. Das ist alles völlig normal. Doch was viele nicht wissen, ist, dass nach der Phase mit viel Schleim der Reizhusten wieder zurückkehrt. Und das mitunter bis zu acht Wochen lang

    Warum hustet man noch nach einer Erkältung?

    Der trockene, nicht produktive Husten, psychogene Husten, stört nur selten den Schlaf. Die Hustenanfälle sind meist situationsabhängig, und treten dann auf, wenn die Psyche verstärkt auf Belastungen reagieren muss.
    Der psychogene oder habituelle (gewohnheitsmäßige) Husten wird in aller Regel willentlich ausgeführt und steht damit im Gegensatz zum organisch bedingten Husten. Eine Medikation erweist sich oft als unwirksam.

    Junge Frau hustet im Sommer im Freien

    Allergischer Husten

    Husten kann viele Ursachen haben. Eine davon ist eine Allergie. Vor allem im Frühjahr haben Leute mit Gräser- und Pollenallergien zu kämpfen aber auch Tierhaare oder Hausstaubmilben verursachen Husten und Schnupfen.

    Mann hustet in eine Taschentuch

    Husten Ursachen

    Wie entsteht Husten? Ob durch eine Erkältung oder einen anderen Infekt, Rauchen, eine Allergie oder Asthma. Ursachen für Husten gibt es viele. Lesen Sie hier welche die häufigsten sind.

    Begleitsymptome des psychogenen Hustens

    Die psychosomatische Ursache des psychogenen Hustens, der hauptsächlich in Form des Reizhustens auftritt, führt zu verschiedenen Begleitsymptomen:

    • Seufzer-Dyspnoe: das Gefühl nicht richtig einatmen zu können führt zu Atemnot und Beklemmung
    • Inspiratorischer Stridor: Stimmlippen bleiben beim Einatmen fast geschlossen
    • Globus-Gefühl: das Gefühl einen Fremdkörper im Hals zu haben, oft begleitet von starkem Kitzeln
    • ständiges Räuspern
    • gelegentliche Dysphonie (Stimmstörung)
    • krampfartige Kontraktion der Kehlkopfmuskulatur (Laryngospasmus)

    Unter Konversionsstörungen versteht man das Phänomen, dass sich körperliche Symptome entwickeln, die einer Erkrankung des Nervensystems ähneln. Man kennt viele Erscheinungsformen, wie Lähmungserscheinungen in den Extremitäten, Verlust der Wahrnehmung von Sinneseindrücken. Kurz gesagt, drücken sich psychische Faktoren als körperliche Symptome aus.

    Unter Konversionsstörungen versteht man das Phänomen, dass sich körperliche Symptome entwickeln, die einer Erkrankung des Nervensystems ähneln. Man kennt viele Erscheinungsformen, wie Lähmungserscheinungen in den Extremitäten, Verlust der Wahrnehmung von Sinneseindrücken. Kurz gesagt, drücken sich psychische Faktoren als körperliche Symptome aus.

    Wie kann eine Behandlung des Stress-Hustens erfolgen?

    Mann mit chronischer Bronchitis wird vom Arzt untersucht

    Bei länger andauerndem psychogenem Husten hilft eine geeignete therapeutische Maßnahme

    Es ist vor allem die rechtzeitige Diagnose, die vor der Einleitung einer, auf organische Ursachen basierenden Therapie und deren Nebenwirkungen bewahren soll.
    Bei chronischem psychogenem Husten haben sich Entspannungs- und Atemtherapien bewährt. Jedoch allein als „Insellösung“ eingesetzt, mildern sie zwar kurzfristig die Symptome, jedoch ohne nachhaltige Wirkung. Begleitend sind die ursächlichen Faktoren durch geeignete therapeutische Maßnahmen einer Linderung / Heilung zuzuführen.

    Im Arztgespräch wird der Patient Verständnis und Sicherheit finden. Betroffene sind oft der Meinung, sie würden an einer schweren organischen Krankheit leiden. Diese unbegründete Angst kann der Mediziner nehmen. Wenn Patienten schon länger an psychogenem Husten leiden, ist ein gewisser „Gewohnheits-Effekt“ zu beobachten. Wenn dies im Bewusstsein der Menschen angekommen ist, kann diese Art von Husten, ganz von selbst verschwinden.

    Wenn geklärt ist, dass psychische Faktoren für den Husten verantwortlich sind, ist auf eine eventuelle Medikation gegen chronischen Husten zu verzichten. Bei klarer Diagnose „psychogener Husten“ geht die Empfehlung in Richtung Psychotherapie. Eine weitere Option kann ein Physiotherapeut sein, der hustenvermeidende Übungen (Atemmuster) und Verfahren zur Entspannung vermittelt.

    Die Patienten selbst können sich darin üben, den chronischen Husten zu unterbrechen. Dann geht die Reizung der Schleimhäute durch diesen trockenen Husten zurück. So ist gleichzeitig gegen mögliche, daraus resultierende Erkrankungen (Reizhusten, bronchiale Erkrankungen) vorzubeugen.

    Schon gewusst?

    An psychogenem Husten leiden viele Kinder zwischen dem 6. und 14. Lebensjahr, sowie auch viele Erwachsene mit psychischer Überlastung. Wenn keine anderweitige Diagnose vorliegt, erfahren die Symptome keine Linderung durch die üblichen Arzneimittel. Sowohl inhalativ aufgenommene als auch systemisch verteilte Arzneistoffe bleiben wirkungslos. Wenn das beim Kind beobachtet wird, ist eine psychologische Untersuchung erforderlich.

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    Autor

    Dr. Verena Ernst

    Internisten - 15 Jahre Berufserfahrung
    Dr. Verena Ernst

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