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    Keuchhusten bei Erwachsenen: Auftreten, Informationen über Impfungen, Therapie und Linderung

    Generell ist zu beobachten, dass Erkrankungen der Atemwege zunehmen. Umweltbelastungen sind dafür ebenso verantwortlich zu machen, wie der eigene Lebensstil. Keuchhusten (Pertussis) ist zwar eine typische Kinderkrankheit, tritt jedoch vermehrt bei Erwachsenen auf.

    Wie erfolgt die Übertragung von Keuchhusten und wie kann man sich davor schützen? Was ist das Gefährliche am Keuchhusten, wie kann man die Erkrankung therapieren oder sie lindern? Was sind die klassischen Anzeichen von Keuchhusten und wer ist besonders gefährdet?

    Junge Frau mit Schal hustet in die Faust

    Das Wichtigste auf einen Blick

    • Immer mehr Erwachsene erkranken an Keuchhusten
    • Keuchhusten schädigt die Atemwege
    • Nach Abklingen der Erkrankung können Hustenanfälle 6 bis 10 Wochen andauern
    • Eine Inhalation kann den quälenden Husten lindern
    • Hausmittel helfen dabei die Symptome zu lindern

    Keuchhusten bei Erwachsenen: starker Anstieg wegen fehlender Impfung?

    Vorerst muss man sich bewusst sein, dass die Erreger des Keuchhustens Bakterien sind, die mit Giftstoffen die Schleimhäute der Luftwege schädigen. Es ist eine der Infektionskrankheiten der Atemwege, die am häufigsten auftritt.

    In Deutschland steigt die Anzahl an Keuchhusten erkrankter Erwachsener (ab dem 30. Lebensjahr) von Jahr zu Jahr an. Dies ist auf mangelnde Impfbereitschaft zurückzuführen, ist sich die Ärzteschaft einig. Während rund 95% der Schulanfänger bereits grundimmunisiert sind, geht dieser Anteil in späteren Jahren auf rund 15%, der Personen zurück, die geimpft sind. Laut dem Robert-Koch-Institut sind 2016 rund 22.000 Keuchhustenfälle bundesweit zu vermelden.

    Bakterien als Erreger: Keuchhusten schädigt Atemwege und Körper

    Die typische Ansteckung erfolgt durch Tröpfchen-Infektion oder engem Kontakt mit infizierten Personen. Die Erreger (Bordetella Pertussis) gelangen mit der Luft in die oberen Atemwege und setzen sich an den Schleimhäuten der Luftröhre und den Bronchien fest. Sie überwinden dabei Entfernungen bis zu einem Meter und werden eingeatmet, wenn sie sich in der Luft befinden. Selbst geimpfte Personen, die dann zwar nicht erkranken, können Überträger der Krankheit sein. Grundsätzlich muss man davon ausgehen, dass beinahe jeder Kontakt mit einem potenziellen Überträger zu einer Ansteckung bei gesunden, aber ungeschützten Personen, führen kann. Für die Inkubationszeit ist mit drei bis zwölf Tagen zu rechnen. Die Erreger vermehren sich rasch, sie können die Schleimhäute und Flimmerhärchen schädigen, ins Blut gelangen und weitere Entzündungen im Körper auslösen.

    Drei Stadien sind typisch für diese Erkrankung.

    Wie verläuft Keuchhusten bei Erwachsenen, welche Symptome zeigen sich?

    Während Keuchhusten bei Kindern manchmal sogar lebensbedrohend verläuft, ist der Fortschritt bei Erwachsenen weniger dramatisch. Da der symptomatische Husten erst nach 2 bis 3 Wochen einsetzen kann, erfolgt die Diagnose meist sehr spät. Der Patient befindet sich allerdings von Beginn an, in einem ansteckungsfähigem Stadium. Zu Beginn zeigt sich die Erkrankung mit Halsschmerzen und Schnupfen symptomatisch (Stadium catarrhale, 1 bis 2 Wochen).

    Im weiteren Verlauf kommt vorwiegend nächtlicher, trockener Husten hinzu, der unbehandelt über Wochen dauern kann. Die Hustenanfälle sind sehr belastend, führen oft zu Erbrechen und Herauswürgen von zähem Schleim. Appetit- und Schlaflosigkeit begleiten die Erkrankung, seltener jedoch Fieber.

    Die Bezeichnung Keuchhusten kommt daher, dass bei den Hustenanfällen die Luft keuchend eingezogen wird. Bei bereits vorbelasteten Patienten (Bronchitis, Asthma, COPD) kommt es manchmal zu Atemnot und Erstickungsanfällen (Stadium convulsivum, 4 bis 6 Wochen). Noch in dieser Phase ist Keuchhusten ansteckend.

    Nach Abklingen der Erkrankung können die Hustenanfälle noch 6 bis 10 Wochen andauern. Bei körperlicher Anstrengung, Zigarettenkonsum oder sehr kalter Luft ist noch Monate später mit Reizhusten zu rechnen (Stadium decrementi, 6 bis 10 Wochen).

    Frau hustet in ihren Ärmel

    Ist Keuchhusten ansteckend?

    Keuchhusten sollte man nicht unterschätzen. Doch kann man sich daran auch anstecken? Hier erfahren Sie, wie man die Krankheit erkennen kann und wie man sich vor Keuchhusten schützen kann.

    Kleiner Junge und sein Kuscheltier inhalieren

    Mittel gegen Keuchhusten

    Zusätzlich zu Antibiotika, die in der Regel bei Keuchhusten verschrieben werden, gibt es auch andere nützliche Mittel, die die Beschwerden bei Keuchhusten mildern können.

    Die möglichen Begleiterscheinungen von Keuchhusten

    Für Kinder und Säuglinge ohne Impfschutz, kann die Erkrankung tödlich enden, oder schwere cerebrale Störungen (Atemaussetzer) hinterlassen.

    Auch bei Erwachsenen kann Keuchhusten mit unliebsamen Begleiterkrankungen einhergehen:

    • Durch Verkrampfung kann der Atem kurzfristig aussetzen, Atemnot und Atemstillstand sind möglich
    • Mittelohr- und Lungenentzündung, wenn die Erreger in den Gehörgang oder in das Lungengewebe wandern
    • Rippen- und / oder Leistenbrüche durch besonders starke Hustenanfälle
    • Gewichtsabnahme, weil Keuchhusten zu mangelndem Appetit führt
    • Inkontinenz bei Kindern und älteren Menschen, unkontrollierter Harnabgang während der Hustenanfälle
    • Ohnmachtsanfälle durch die Atemaussetzer

    Wenn Sie wegen Verdacht auf Keuchhusten Ihren Arzt aufsuchen, informieren Sie ihn darüber vorher. Das Praxispersonal und anwesende Patienten sollten Maßnahmen ergreifen können, um sich vor der Ansteckung zu schützen. Im Übrigen muss der Arzt jeden Verdacht auf Keuchhusten seit 2013 dem zuständigen Gesundheitsamt melden.

    Wenn Sie wegen Verdacht auf Keuchhusten Ihren Arzt aufsuchen, informieren Sie ihn darüber vorher. Das Praxispersonal und anwesende Patienten sollten Maßnahmen ergreifen können, um sich vor der Ansteckung zu schützen. Im Übrigen muss der Arzt jeden Verdacht auf Keuchhusten seit 2013 dem zuständigen Gesundheitsamt melden.

    Wie ist Keuchhusten zu therapieren, wie ist vorzubeugen?

    Eine Tasse Tee mit Zitrone Honig und Zwiebel

    Bewährte Hausmittel können die Symptome von Keuchhusten lindern

    Antibiotika – Therapien wirken positiv auf Dauer und Heftigkeit der Hustenattacken. Dazu müssen Sie aber rechtzeitig, in den ersten 2 Wochen, beginnen diese einzunehmen. Sie haben den Vorteil, dass sie die Infektionskette unterbrechen. Sinnvoll ist Antibiotika nur dann, wenn der Patient in einem Stadium ist, dass die Ansteckung wahrscheinlich macht: vom Ende der Inkubationszeit bis zu drei Wochen im 2. Stadium (convulsivum).

    Aus aktueller medizinischer Sicht gehört Keuchhusten zu den Krankheiten, die man im Körper niemals ausnahmslos beseitigen kann (Eradikation), das heißt man kann nie dauernd immun dagegen sein. Selbst nach einer Impfung, besteht die Möglichkeit, dass sich jemand mehrmals im Leben neu infizieren und erkranken kann.

    Die ständige Impfkommission (STIKO) bezeichnet als Zielgruppen für eine Pertussis-Impfung diese Personenkreise (sofern die letzte Impfung mehr als 10 Jahre zurückliegt):

    • Beschäftigte im Gesundheitsdienst und ähnlichen Gemeinschaftseinrichtungen
    • Frauen im gebärfähigen Alter
    • Kontakt-Personen zu Säuglingen, die in unterschiedlichen Situationen in Haushalten zusammenkommen: Eltern, Geschwister, Babysitter, Tagesmütter, Großeltern, usw.
    • Für werdende Mütter kann die Impfung schon während der Schwangerschaft erfolgen, spätestens aber in den ersten Tagen nach der Geburt
    Der Reizhusten kann sehr quälend sein, am besten wirken Inhalationen mit Kochsalzlösung, frische Luft, warme Brustwickel, ausreichend und viel trinken.

    Kann man Keuchhusten mit Hausmitteln behandeln?

    Keuchhusten kann sehr kräfteraubend sein. Die andauernden Hustenanfälle gehen an die Substanz. Der Volksmund bezeichnet Keuchhusten auf Grund der langen Dauer als „100-Tage-Husten“.  Wie bei vielen Erkrankungen haben sich Hausmittel zur Linderung bewährt. Viel zu trinken haben wir schon erwähnt, dann ist noch zu empfehlen:

    • Ein Sud aus Zwiebeln, die eine hohe antioxidative Wirkung haben, die Beimengung von Honig verbessert den Geschmack
    • Nehmen Sie 3-mal täglich einen Esslöffel Essig, das beruhigt den Hustenreiz.
    • Vermischen Sie Huflattich, Thymian, Spitzwegerich, Fenchel zu gleichen Teilen, übergießen Sie 2 Teelöffel davon mit kochendem Wasser. Das ergibt einen lindernden und geschmackvollen Trank.
    • Inhalieren Sie mit Meersalz und / oder ätherischen Ölen, damit halten Sie die Atemwege feucht und lindern die Hustenanfälle.

    Schon gewusst?

    Von der ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut wird die Vorsorge im Rahmen der Tetanus und Diphterie-Impfung einmalig empfohlen. Vor allem Menschen, die viel und engen Kontakt mit Kindern haben, wird eine Auffrischung nahegelegt, wenn die letzte Impfung schon mehr als 10 Jahre zurückliegt.

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    Autor

    Fabienne Müller

    Seit 15 Jahren Autorin im medizinischen Bereich.
    Fabienne Müller

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