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    Reizhusten - Wenn es im Hals kribbelt und kratzt

    Im Sommer haben wir seltener damit zu tun, doch sobald es draußen grau und kalt, nass und ungemütlich wird, hören wir regelmäßig in unserem Umfeld Menschen husten, erkennen allerdings nicht, dass diese ernsthaft erkrankt sein könnten. Auch bei uns selbst bemerken wir hin und wieder gerade dann, wenn wir uns länger im Kalten aufgehalten haben, dass uns ein Hustenreiz zunächst nur auf die Nerven geht. Es kribbelt und kratzt im Hals, wir husten, aufgrund eines unwillkürlichen Reflexes, weil das Linderung verschafft, schließlich ist es nicht möglich, sich im Hals zu kratzen. Doch was ist eigentlich dieser Reizhusten und woran erkenne ich, dass es sich wirklich darum handelt? Leide ich bereits an einer Erkrankung und wenn ja, kann ich andere Menschen mit dem Reizhusten anstecken?

    Junger Mann mit hustet auf einer Straße

    Das Wichtigste auf einen Blick

    • Reizhusten ist immer trocken. Er wird auch trockener Husten genannt. Es entsteht kein Schleim.
    • Reizhusten wird von einem bellenden Geräusch begleitet.
    • Reizhusten ist meisten der Vorbote eines Infekts.
    • Reizhusten kann auch als Nebenwirkung von Medikamentenauftreten oder als Begleitsymptom einer anderen Erkrankung.
    • Trockener Reizhusten nachts hält meistens nichts sehr lange an. Um nachts schlafen zu können, dürfen Hustenstiller (Antitussiva) genutzt werden.
    • Reizhusten ist in den meisten Fällen ansteckend. Achten Sie auf allgemeine Hygieneregeln.
    • Behalten Sie Ihren Husten im Blick und gehen Sie rechtzeitig zum Arzt.

    Was ist Reizhusten?

    Unter Reizhusten versteht man im Allgemeinen den trockenen Husten, also jenen, bei dem kein Schleim abgesondert wird. In der Fachsprache nennt man ihn schlicht unproduktiv. Dieser entsteht beispielsweise, wenn ein Fremdkörper in die Lunge beziehungsweise in die oberen Atemwege kommt. Nachdem man sich verschluckt hat und den sogenannten Bolus wieder ausgehustet hat, sind die empfindlichen Schleimhäute der oberen Atemwege noch sehr gereizt. Der Körper wehrt sich weiterhin gegen diese Reizung, bis sich irgendwann alles beruhigt hat.

    Reizhusten tritt auch als häufiges Symptom bei Asthma (Asthma bronchiale) auf. Auch langes Reden oder langes Singen kann dazu führen, dass die Kehle trockener wird und man reflexartig zu husten beginnt. Sogar manche Medikamente (ACE-Hemmer) haben als Nebenwirkung Reizhusten. Reizhusten ist ein Symptom, das als Begleiterscheinung bei diversen Erkrankungen auftreten kann. Eine eigene Krankheit ist Reizhusten jedoch nicht.

    Besonders Virusinfekte gehen häufig mit einem trockenen, kratzenden Husten einher. Doch auch nach einer schweren bakteriellen Bronchitis dauert, nach der Heilung des Infekts, häufig noch für ein paar Tage ein trockener Reizhusten an. Dieser ist als Ausdruck eines hyperreagiblen, also noch überempfindlichen Bronchialsystems zu sehen.

    Woran erkenne ich, dass ich Reizhusten habe?

    Wie lässt sich nun festmachen, dass man „nur“ an einem trockenen Husten leidet? Das lässt sich ganz leicht erkennen. Entweder haben wir etwas verschluckt, so wie oben beschrieben, was die Diagnose sehr einfach macht und nach Herausbringen des Fremdkörpers, rasch wieder verschwindet. Auch das Arbeiten in staubigem Umfeld, sei es im Sommer im Garten oder auf der Baustelle, löst einen Hustenreflex aus. Ist Ihnen bekannt, dass sie unter einer chronischen Lungenerkrankung leiden, die Reizhusten als Symptom hat, dann wird Sie ihr Lungenfacharzt (Pulmologe) bereits darüber aufgeklärt haben. Sollte der Reizhusten nach der Einnahme neuer Medikamente beginnen, gerade dann, wenn Sie unter Herzproblemen leiden, dann werfen Sie als erstes einen Blick in die Packungsbeilage und informieren Sie sich bei ihrem Arzt oder Apotheker.

    Beim Reizhusten fehlt die übermäßige Produktion von Schleim (Bronchialsekret), weil sich die Ursache für den Husten häufig hinten im Rachen befindet, was wir sogar sehen können. Schauen Sie einmal in den Spiegel, öffnen Sie den Mund und Sie sehen das, was auch der Arzt sieht, wenn er Ihnen das Stäbchen auf die Zunge legt und sagt: Sagen Sie mal Ah! Der Rachen ist meist rot und gereizt. Das zugehörige bellende Geräusch lässt den Reizhusten ebenfalls leicht als solchen erkennen. Doch natürlich kann die Ursache für einen Reizhusten auch tiefer, also in der Lunge liegen.

    Sehr häufig geht Reizhusten mit Halsschmerzen, später auch mit Heiserkeit einher. Wie oben beschrieben vor allem dann, wenn auch optisch klar die Ursache zu erkennen ist. Typisch für Reizhusten ist zudem, dass er mehrmals pro Stunde und anfallsartig auftritt. Zum Verständnis: In der gereizten Rachenschleimhaut sitzen bei einem Virusinfekt Viren, die die Schleimhäute austrocknen. Unser Körper versucht, sich dagegen zu wehren, indem er den Hustenreflex auslöst. Das führt jedoch dazu, dass weitere Viren in das geschädigte Rachengewebe gelangen. Ein kleiner Teufelskreis, der zu mehr als unangenehmen Hustenanfällen führen kann.

    Mann mit Schal hält sich ein Taschentuch vor das Gesicht

    Reizhusten Ursachen

    Wie entsteht Reizhusten? Ob durch eine Erkältung, einen Fremdkörper, einer Allergie, oder einen anderen Infekt, Ursachen für Reizhusten gibt es viele.

    Eine Flasche Hustensaft und ein Löffel auf einem Holztisch mit Efeu

    Mittel gegen Reizhusten

    Wer unter Reizhusten leidet wünscht sich schnelle Linderung. Doch was hilft am besten gegen Reizhusten? Alles über Tee, Lutschpastillen, Hustensaft und Co.

    Ist Reizhusten ansteckend?

    Trockener Reizhusten nachts ist ausgesprochen quälend und bringt viele Betroffene (und Angehörige) um den Schlaf. In dieser frühen Phase des zum Beispiel möglichen grippalen Infekts ist der Husten tatsächlich bereits ansteckend. Da es sich bei den meisten Atemwegsinfektionen um eine Tröpfcheninfektion handelt, ist es ratsam, sich von seinen Mitmenschen abzuwenden, wenn man hustet, oder, aus hygienischen Gründen, in die Ellenbeuge zu husten. Normalerweise kommen wir mit dieser Körperstelle kaum in Kontakt mit anderen. Gerade wenn wir unterwegs sind, beim Einkaufen oder auf der Arbeit, tun wir damit nicht nur uns, sondern auch unserer Umwelt einen großen Gefallen.

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    Um nachts besser schlafen zu können kann es helfen die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Hängen Sie zum Beispiel ein paar Handtücher über Nacht zum Trocknen auf. Hilft dies nicht können Sie vor dem schlafen gehen auch einen Hustenstiller einnehmen der den Hustenreiz lindert.

    Um nachts besser schlafen zu können kann es helfen die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Hängen Sie zum Beispiel ein paar Handtücher über Nacht zum Trocknen auf. Hilft dies nicht können Sie vor dem schlafen gehen auch einen Hustenstiller einnehmen der den Hustenreiz lindert.

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    Ist Reizhusten immer trocken?

    Frau hustet in ihren Ärmel

    Um andere nicht anzustecken, sollte man am besten in die Ellenbeuge husten. Mit dieser Stelle kommt man nur selten in Kontakt mit anderen.

    Zunächst ist Reizhusten immer trocken. Darum nennt man ihn auch trockenen Husten, weil eben kein übermäßiges Sekret gebildet und abtransportiert wird. Beim Asthma ist der Husten oft, aber nicht immer trocken. Selbst hier kann der unproduktive Husten irgendwann in einen produktiven Husten übergehen, was viele Betroffene als Erlösung empfinden. Das lästige Kratzen hört endlich auf, wenn die mögliche Infektion sich manifestiert hat. Aber der produktive Husten sollte natürlich nicht auf die leichte Schulter genommen werden, denn dann müssen Sie aufpassen, sich und ihre Lunge zu pflegen und im Auge zu behalten, damit aus dem anfänglichen Reizhusten keine Bronchitis oder sogar eine Lungenentzündung wird.

    Ist Reizhusten gefährlich?

    Reizhusten wird oft erst spät als solcher wahrgenommen, weil nicht jedes kleine Hüsteln gleich Grund zur Sorge sein muss. Gerade dann, wenn die Ursachen klar auf der Hand liegen, kümmern wir uns nicht weiter darum. Trotzdem sollte ein achtsamer Umgang mit sich selbst auch bedeuten, dass Alltägliches, was wir als normal hinnehmen, nicht völlig aus den Augen verloren wird. Ein aufmerksamer Blick auf sich selbst hilft, schweren Erkrankungen vorzubeugen oder diese zumindest frühzeitig zu erkennen. Nach spätestens acht Wochen bedarf der anhaltende Reizhusten unbedingt einer umfassenden ärztlichen Abklärung. Reizhusten ist in den meisten Fällen harmlos, es darf jedoch nicht vergessen werden, dass dieser Husten auch seinen Zweck erfüllt. Ihn zu unterdrücken ist fast unmöglich und auch sinnlos, da der Körper versucht, irgendetwas los zu werden. Wie Sie ihn dabei unterstützen können, erklären wir Ihnen in einem gesonderten Beitrag. Zur Behandlung haben sich diverse Hausmittel im Laufe der Jahre bewährt, um vor allem die Beschwerden zu lindern. Gerade kleinen Kindern tut es gut, diesen Reiz zu lindern.

    Schon gewusst?

    Der Reizhusten dauert nach einer Erkältung oft noch Wochen an. Das ist nicht ungewöhnlich. Sollte der Husten jedoch länger als acht Wochen anhalten sollten Sie einen Arzt aufsuchen und die Ursache abklären.

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    Autor

    Dr. Verena Ernst

    Internisten - 15 Jahre Berufserfahrung
    Dr. Verena Ernst

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