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    Bronchitis – Potenzial zur chronischen Langzeiterkrankung mit wirtschaftlichen Folgen

    Bronchitis scheint sich aktuell zu einer weiteren „Volkskrankheit“ zu entwickeln. Je nach Schwere der Erkrankung ist Bronchitis begleitet von Atemnot, Fieber, Auswurf, pfeifender Ausatmung.

    Dadurch, dass Bronchitis die meisten Langzeitkrankenstände verursacht, schlägt sie sich gesamtwirtschaftlich nieder. Arbeitsausfall, erhöhte Sozialleistungen und Krankenhausbehandlungen sind die teuren Folgen.

    Erfahren Sie in diesem Artikel das Wichtigste zur Dauer der Bronchitis bei Kindern und Erwachsenen. Wir gehen der Frage nach ob Antibiotika den Verlauf beeinflussen und wie sich Nikotingenuss auf die Bronchitis auswirkt. Lesen Sie unsere Tipps und Hinweise zur Vorbeugung, Diagnostik und alternativen Therapiemöglichkeiten.

    Mann liegt im Bett und hustet in die Hand. Auf dem Nachttisch eine Flasche Hustensaft

    Bronchitis - akut, chronisch, COPD: Entstehung und Folgen

    Eine Bronchitis gehört zu den Erkrankungen im „respiratorischen System“, den Atmungsorganen und des Atmungsapparates. Zwar sind die medizinischen Standards in unseren Breiten sehr hoch, doch trotz verbesserter Luftqualität erkranken viele Menschen durch die Belastungen der Umwelt, an dieser sehr schweren Störung der Atemwege.

    Als chronische Bronchitis betrifft sie etwa 12% der über 20ig-jährigen. Der nach wie vor gefährlichste und auslösende Risikofaktor für chronische Bronchitis (und COPD) ist Zigarettenrauch. Starke Raucher sind um 40% mehr gefährdet als Nichtraucher. Es ist ein linearer Zusammenhang zwischen Zigarettenrauch und chronischer Bronchitis feststellbar. Die Gefahr liegt darin, dass sich eine Entzündung und Abnahme der Lungenfunktionsparameter, noch nach einer eventuellen Raucher-Entwöhnung fortsetzt.

    Weitere Ursachen können in schlechten sozioökonomischen Begebenheiten zu finden sein, im Aufwachsen in staubigen oder verschmutzten Gegenden. In vielen dieser Fälle ist eine signifikante Steigerung wiederkehrender oder schwerer Atemwegserkrankungen im Kindesalter feststellbar. Ein identifizierbarer genetischer Risikofaktor ist bisher nicht nachzuweisen.

    Einer chronischen Bronchitis gehen sehr oft Abschnitte akuter Bronchitis voraus. Die Häufigkeit und Schwere des Auftretens hat in vielen Fällen eine Abnahme der Lungenfunktion zur Folge.

    Der Verlauf einer Bronchitis, ihre Erscheinungsformen und die Dauer

    Die chronische Bronchitis unterliegt in ihrem Verlauf Schwankungen zwischen relativ stabilen Zuständen und Phasen, in denen sich die Symptome verschlechtern. Hustenhäufigkeit, Auswurf und Atemnot nehmen zu und variieren je nach Schweregrad und Ursache der Erkrankung (bakteriell, viral, unbekannt). Das erschwert für den Arzt die Diagnose und die therapeutische Behandlung.

    Bronchitis tritt in diesen Erscheinungsformen auf:

    • Akute Bronchitis: Entzündung der Bronchien, die einige (wenige) Wochen andauert. Ursache ist meist eine virale Infektion der Atemwege. Sie tritt vermehrt in der kalten Jahreszeit auf, manchmal begleitet von einer Entzündung der oberen Atemwege (Sinusitis). In der akuten Form ist die Bronchitis meist die Folge einer Erkältung (bspw. Schnupfen).
    • Chronische Bronchitis: Husten und Auswurf als Symptome, die in mindestens zwei aufeinanderfolgenden Jahren, mehr als drei Monate andauern. Die Erkrankung ist langsam, aber sicher voranschreitend, die Dauer kann mehrere Monate bis Jahre umfassen und hat starke individuelle Determinanten. Eine generelle Aussage über die Länge ist kaum zu treffen.
    • Chronische obstruktive Bronchitis (COPD): Verengung der Atemwege infolge von Einwirkungen, Belastungen aus der Umwelt (Feinstaub, Rauchen, etc.), führt im fortgeschrittenen Verlauf zu Atemnot (obstruktiv).

    Abhängig von der Erscheinungsform ist die Dauer der Erkrankung. Bei einer akuten Bronchitis klingen die Symptome im Regelfall nach maximal 14 Tagen ab. Der Husten selbst kann mehrere Wochen andauern bis wirklich alle Fremdköper, Bakterien, Viren entfernt sind. Ab der 5. Woche des bronchialen Nachhustens ist ein Arztbesuch zu empfehlen, um mögliche pneumonale Erkrankungen auszuschließen.

    Chronisch ist die Bronchitis dann, wenn die Symptome über mehrere Monate andauern. Die WHO definiert sie so: „Husten und Auswurf, der an den meisten Tagen in einem Zeitraum von mindestens drei Monaten in zwei aufeinanderfolgenden Jahren auftritt“.

    Unbehandelt kann sich eine chronische Bronchitis zur COPD entwickeln, die im Grunde genommen als unheilbar gilt. Sie ist gekennzeichnet durch die Verengung der Atemwege (obstruktiv) und damit einhergehender Atemnot. Wenn sie nicht therapeutisch behandelt und die Risikofaktoren nicht minimiert werden, verschlechtern sich die Symptome im Laufe der Jahre und können zum vorzeitigen Tod führen. COPD steht bei den Krankheiten mit tödlichem Verlauf, weltweit an vierter Stelle.

    Asthma kann einer Bronchitis ähneln. Atemnot, pfeifende Atemgeräusche, Husten mit Auswurf von zähem Schleim. Asthma kann durch Allergien, Viren und Bakterien ausgelöst werden. Die für Asthma symptomatische Atemnot ist mit entsprechender Medikamentation aufzuheben. Das unterscheidet sie von COPD oder anderen Lungenerkrankungen, die die Atemwege auf Dauer verengen.

    Junger Mann mit Zigarette in der Hand hustet

    COPD

    Vor allem Raucher leiden unter COPD. Doch was genau ist eine chronische obstruktive Bronchitis eigentlich, was sind die Ursachen hierfür und wie kann man Sie behandeln? Tipps und Infos rund um das Thema COPD.

    Frau hustet im Freien in die Faust

    Bronchitis Ursachen

    Eine Bronchitis kann für Betroffene sehr unangenehm werden. Da ist es gut zu wissen, wie eine Bronchitis entsteht, welche Ursachen es gibt und wie man sich am besten davor schützen kann.

    Besondere Risikogruppen für Bronchitis und Erkrankung der Atemwege

    Untersuchungen zufolge stehen Morbidität und Mortalität in einem positiven Zusammenhang (steigt die Anzahl der Erkrankungen, nehmen auch die Todesfälle zu) bei Kindern bis zum 8. Lebensjahr und älteren Menschen, ab 65 Jahren.

    Kinder erkranken, weil sich in den ersten 6 Jahren die Alveolen (Luftbläschen auf der Lunge) erst ausbilden. Ältere Menschen erkranken aufgrund der langen Belastung durch die Verschmutzung der Umwelt, verbunden mit möglichem, jahrelangem Zigarettenkonsum.

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    Untersuchungen haben ergeben, dass die unangemessene Verwendung von Antibiotika weltweit, vor allem bei Kindern, zu einer Resistenz gegenüber dem Medikament geführt hat. Deshalb spielen Arzneimittel aus Kräutern, eine immer größere Rolle in den therapeutischen Überlegungen der Ärzte. Alternative Abhilfe rückt immer weiter in den Fokus.

    Untersuchungen haben ergeben, dass die unangemessene Verwendung von Antibiotika weltweit, vor allem bei Kindern, zu einer Resistenz gegenüber dem Medikament geführt hat. Deshalb spielen Arzneimittel aus Kräutern, eine immer größere Rolle in den therapeutischen Überlegungen der Ärzte. Alternative Abhilfe rückt immer weiter in den Fokus.

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    Ist die Bronchitis durch Antibiotika zu verkürzen?

    Junger Mann hustet bei der Besprechung mit einem Arzt

    Um sicher zu gehen, dass Sie die Bronchitis auch richtig behandeln sollte Sie am besten einen Arzt konsultieren.

    Bis noch vor einigen Jahren hat man diese Frage eindeutig mit „Ja“ beantwortet. Mittlerweile ist man im Hinblick auf eine Therapie mit Antibiotika nicht mehr so euphorisch. Das Cochrane Institut publizierte 2017 das Ergebnis einer Studie, die akute Bronchitis und Einnahme von Antibiotika in den Fokus stellte. Das durchaus interessante Ergebnis:

    • Bei Patienten mit akuter Bronchitis verkürzte sich die Dauer nur in sehr geringem Ausmaß, der Husten hat etwas nachgelassen. Allerdings sind die Symptome nicht signifikant besser geworden, die Beschwerden haben sich nicht merklich verändert (ein halber Tag, bei 8 bis 10 Tagen der Erkrankung).
    • Signifikant angestiegen sind jedoch die Belastungen durch die Nebenwirkungen von Antibiotika (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerz).
    • Wenn es sich um eine virale Erkrankung der Atemwege handelt, ist Antibiotika schlicht und einfach wirkungslos.
    • Die Einnahme von Antibiotika zum falschen Zeitpunkt oder mit falscher Dosierung erhöht das Risiko einer Resistenz gegen das Medikament

    Deshalb, so die Studie, sei der Antibiotika Einsatz bei Patienten, die „nur“ an einer Bronchitis erkrankt sind, zu überdenken. Anders ist die Sachlage dann, wenn eine vorhergehende Grunderkrankung der Atemwege vorliegt. In dem Fall kann die Medikamentation mit Antibiotika bakterielle Infekte und die Ausweitung auf die Lunge verhindern.

    Wie lange dauert es bis die Bronchitis ausbricht?

    Im Regelfall beträgt die Inkubationszeit 2 bis 3 Tage. Das ist der Zeitraum, in dem sich die Viren lokal in den befallenen Zellen vermehren und sich erst dann auf die umliegenden Zellen verteilen. Während dieser Zeit besteht bereits Ansteckungsgefahr (Tröpfcheninfektion durch Husten, Kontaktinfektion durch Händedruck). Erst nach der Inkubation äußert sich die Erkrankung mit Fieber, Auswurf und den üblichen Krankheitssymptomen.

    In der Regel heilt die akute Bronchitis nach 7 bis 10 Tagen ab, der Husten danach kann noch ein bis zwei Wochen andauern.

    Schon gewusst?

    Eine sehr wirksame Methode die akute Bronchitis zu lindern ist die Inhalation. Sie wirkt schleimlösend und fördert das Abhusten. Im Grunde genügt eine physiologische Kochsalzlösung, die man mit Kräutern, wie Thymian, Anis oder Fenchel anreichern kann.

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    Autor

    Fabienne Müller

    Seit 15 Jahren Autorin im medizinischen Bereich.
    Fabienne Müller

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