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    Was genau ist eine Bronchitis?

    Jeder kennt das Gefühl. Gliederschmerzen, nervender Husten, Kopfschmerzen. Man fühlt sich einfach nicht gut. Das sind oftmals die Anzeichen einer akuten Bronchitis.
    Was genau eine Bronchitis ist, wie sie eine Bronchitis erkennen und behandeln können, erfahren Sie im folgenden Artikel.

    Junger Mann mit Bronchitis hustet

    Das Wichtigste auf einen Blick

    • Was versteht man unter Bronchitis?
    • So erkennen Sie eine Bronchitis
    • Behandlung der Bronchitis – Arzt oder Selbstbehandlung?
    • Homöopathie oder Schulmedizin?
    • Eine Bronchitis kann leicht übertragen werden
    • Was kann man vorbeugend tun?

    Was versteht man unter Bronchitis?

    Genau versteht man unter dem Begriff „Bronchitis“ eine Entzündung der Schleimhäute in den Bronchien. Sehr oft ist eine Bronchitis mit einer Infektion der oberen Atemwege vergesellschaftet, also mit Schnupfen, Nebenhöhlenentzündung und Halsschmerzen. Bronchitis zählt zu den häufigsten Erkrankungen. Rund 80 Betroffene kommen pro Woche auf 10.000 Einwohner. Die Symptome einer Bronchitis sind bei Kindern und alten Menschen häufiger zu beobachten.

    Hauptursache einer Entzündung ist eine durch Viren verursachte Infektion. Durch Tröpfchen werden die Erreger übertragen. Durch Husten kann diese Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch am einfachsten übertragen werden. Halten Deswegen sollten Sie am besten in die Ellenbeuge husten, so kann auch die Keimübertragung durch die Hände zu verhindert werden.
    Seltener lösen Bakterien eine Bronchitis aus. Akut kann diese Erkrankung aber auch im Zusammenhang mit anderen Infektionskrankheiten auftreten.

    Hustet ein Patient in zwei aufeinander folgenden Jahren mehr als drei Monate lang, so spricht man von einer chronischen Bronchitis. Wenn dieser Verlauf fortschreitet und sich eine Einengung (Obstruktion) entwickelt, so entsteht daraus die COPD. Dabei kommt es durch eine chronische Belastung zur Störung der Funktionen und zum Umbau der Schleimhäute und der Bronchien. Hieraus folgt eine mangelnde Reinigung der Bronchien mit erhöhter Anfälligkeit, Husten und vermehrter Schleim- und Auswurfbildung. Dieser Schleim staut sich und reizt die Hustenfühler und kann so eine mögliche Ursache für Husten sein. Husten bei COPD kann auch ohne Schleim vorhanden sein.

    So erkennen Sie eine Bronchitis

    Oft tritt eine Akute Bronchitis zusammen mit einer Erkältung auf. Neben dem Schlaf störenden, quälenden, schmerzhaften Husten (oft unproduktiv, also ohne Auswurf, aber auch produktiv, also mit Auswurf), kommt es zu einem allgemeinen Krankheitsgefühl und zu Entzündungszeichen. Hierbei kann es sich um Frösteln, Gliederschmerzen, und Fieber handeln. Eine Bronchitis kann ohne oder mit Auswurf verlaufen, unabhängig vom Schweregrad.

    Wussten Sie wie eine Bronchitis entsteht?

    Eine Abwehrschwächung kann eine Virusinfektion durch sonst nicht pathogene Mikroben ermöglichen. Darüber hinaus entscheiden Virulenzfaktoren der Erreger, wie aggressiv diese sind und wie leicht sie im befallenen Organismus eine Erkrankung auslösen können.

    Als virale Erreger einer Bronchitis kommen unter Anderem in Frage:

    • Adenoviren
    • Coronaviren
    • Influenzaviren (Typ A und B)
    • Parainfluenzaviren
    • RSV (respiratory syncytial viruses)
    • Coxsackieviren
    • Masernviren
    • Rötelnviren
    • und viele mehr
    • Viele dieser viralen Entzündungen sind hoch infektiös.

    Als bakterielle Erreger können unter anderem auch Bordella pertussis, Chlamydia pneumonie pneumoniae sowie Mycoplasma pneumoniae zu einer akuten Bronchitis führen. Diese Bakterien können bei „geeigneten“ Bedingungen zu einer Erkrankung führen. Eine geschwächte Abwehrlage z.B. bei einer Erkältung oder schweren Grundkrankheit bietet den Viren eine gute Angriffsfläche.

    Allerdings können auch Risikofaktoren eine akute Bronchitis begünstigen. Asthma, Rauchen oder eine chronische Bronchitis sind einige dieser Faktoren.

    Frau mit dickem Schal hustet in die Faust

    Bronchitis Symptome

    Eine Bronchitis kann für den Betroffenen sehr unangenehm sein, daher sollte die Krankheit möglichst schnell behandelt werden. Doch wie erkennt man überhaupt eine Bronchitis?

    Mann nimmt einen Löffel Hustensaft zu sich

    Mittel gegen Bronchitis

    Vor allem in der kalten Jahreszeit ist die Bronchitis weit verbreitet. Erfahren Sie hier, wie man eine Bronchitis am besten behandelt und welche Mittel am wirkungsvollsten sind.

    Behandlung der Bronchitis – Arzt oder Selbstbehandlung?

    Diagnostik

    Die oben genannten Symptome sind wegweisend. Bei einem schweren Verlauf und Hinweisen auf eine bakterielle Besiedelung kann eine Laboranalyse (CRP, Blutbild, Procalcitonin), Keimanalyse aus dem Septum oder mittels Absaugkatether bzw. Bronchoskop und Röntgen, um eine Pneumonie auszuschließen, zur Diagnostik gewählt werden.

    Therapie

    Bei einer Bronchitis stehen Allgemeinmaßnahmen im Vordergrund: Ruhe und Schonung. Zumeist sind diese Maßnahmen wirksamer als Medikamente. Sollte eine bakterielle Besiedelung nachgewiesen werden, oder aber auch bei geschwächten Patienten, kann eine kalkulierte oder empirische Therapie mit einem Antibiotikum erfolgen, das je nach Grunderkrankung und Erscheinungsbild der Bronchitis aus Erfahrungswerten ausgesucht wird. Bei schwerer Erkrankung oder wenn das Antibiotikum nicht wirkt, versucht man den oder die auslösenden bakteriellen Erreger aus Sputum oder per Bronchoskopie gewonnenem Bronchialsekret anzuzüchten und zu testen, auf welche Antibiotika Sie ansprechen (Antibiogramm oder Resistogramm).

    Unkritische und ungezielte Antibiosen, die aus Vorsicht oder zur Vorbeugung verordnet und appliziert werden, sind unbedingt zu vermeiden. Mögliche Nebenwirkungen und das Fördern resistenter Keime überwiegen den Nutzen von unnötig eingesetzten Antibiotika.

    In den meisten Fällen wird eine Bronchitis ambulant, zum Beispiel durch den Hausarzt behandelt. Stationär, das heißt im Krankenhaus behandelt man eine Bronchitis bei sehr schwerer Erkrankung, bzw. bei geschwächten und sehr alten Menschen mit schwerer Grunderkrankung. Allgemein sollte bei jeder Behandlung das Krankheitsgefühl gemildert werden, der Verlauf beschleunigt und Komplikationen vorgebeugt werden.
    Hier gibt es drei Hauptziele

    • Sekret verflüssigen und Bronchien reinigen
    • unproduktiven Reizhusten lindern
    • die körperliche Abwehr stärken durch Ruhe und Erholung

    Einer akuten Bronchitis kann auch durch bakterielle Erreger ausgelöst werden. Dazu zählen Bordella pertussis, Chlamydia pneumonie pneumoniae sowie Mycoplasma pneumoniae. Diese Bakterien sind dafür verantwortlich, dass es zur Erkrankung kommt.

    Einer akuten Bronchitis kann auch durch bakterielle Erreger ausgelöst werden. Dazu zählen Bordella pertussis, Chlamydia pneumonie pneumoniae sowie Mycoplasma pneumoniae. Diese Bakterien sind dafür verantwortlich, dass es zur Erkrankung kommt.

    Homöopathie oder Schulmedizin?

    Eine Tasse Tee mit Zitrone, Ingwer und Kräutern auf einem Tisch

    Ein Tee mit Ingwer kann den Hustenreiz lindern

    In der Schulmedizin findet man meist Behandlung der Symptome durch entzündungshemmende, schmerzstillende und hustenreizdämpfende Medikamente.

    Diese können die Allgemeinsymptomatik dämpfen und bei stärkeren Schmerzen im Kopf- und Gliederbereich das Allgemeinbefinden anheben. Durch ein Nichtopioid Analgetikum wie Paracetamol, Ibuprofen oder Novaminsulfon kann das Fieber gesenkt und gleichzeitig Schmerzen gestillt werden. Diese Medikamente werden auch bei Kindern eingesetzt.

    Vor dem Schlafen wird oftmals ein Antitussivum (Hustenstiller) angewendet. Zum Beispiel Codein, Hydrocodon, Dextromethorphan oder Noscapin. Gleichzeitig machen diese Medikamente müde und helfen dem Körper zu Ruhe zu kommen. Bei Bedarf kann ein Mucolytikum bei einer Bronchitis eingesetzt werden. Acetylcystein, Ambroxol oder Bromhexin verflüssigen zähes Sekret.

    Zum Schleim lösen und Reizhusten lindern eignen sich aber auch Heilpflanzen in Form von Säften oder warmen Tees. Diese wirken sekretolytisch (schleimlösend), spasmolytisch (krampflösend) und entzündungshemmend: Salbei, Thymian, Süßholzwurzel, Bibernellwurzel, Primelwurzel und weitere Pflanzenstoffe. Schleimstoffe enthaltende Pflanzen wie Eibischwurzel, isländisch Moos und Spitzwegerichblätter, diese könne zudem reizmildernd wirken. Weiter kann man durch eine warme Inhalation ätherische Öle über ein Kopfdampfbad inhalieren.

    Ätherische Öle oral, als Inhalation und transdermal in Salben wirken atemstimulierend und intensivieren die Atemtiefe. Sie regen die Zilientätigkeit an und fördern so die Reinigung der Schleimhäute. Damit wird der Entstehung einer Pneumonie mit eventuellen Atelektasen (Verklebung des Lungengewebes) entgegengewirkt. Menschen mit empfindlichen Bronchien, also Asthmatiker, müssen diese Wirkstoffe aber mit Vorsicht anwenden, weil sie zu stark reizend wirken und somit Atemnot und noch mehr Husten verursachen können.

    Warme Brustauflagen oder heiße Wickel möglichst unter Zusatz von speziellen Substanzen (z.B. Spitzwegerich im Bronchialbalsam, Senfmehl, Ingwer) regen Durchblutung und den Stoffwechsel an. Sie fördern die Abwehr, wirken krampflösend und Bronchien erweiternd, mildern Husten und lösen Schleim. Ob man sich für eine vom Arzt verordnete medikamentöse Therapie oder zunächst eine Selbstbehandlung mit bewährten Hausmitteln entscheidet, hängt oft vom Schweregrad der Entzündung ab.

    Schon gewusst?

    Tee und Inhalationen helfen dabei, Sekret zu lösen. Zu den bekanntesten Hausmitteln gegen Bronchitis zählen Ingwer und Hühnersuppe. Andere Probate Mittel sind zum Beispiel auch kalte und warme Halswickel die das Leiden lindern können.

    Eine Bronchitis kann leicht übertragen werden

    Durch kleinste Tröpfchen werden Viren und Bakterien, die infektiöse Auslöser der akuten Bronchitis sind, übertragen. Husten, Niesen, Schnupfen, Sprechen oder auch nur die normale Atmung können diese Tröpfchen verbreiten und eine Erkrankung auslösen.

    Mindestens genauso viele Erreger werden aber über die Hände übertragen. An jedem Türgriff, Einkaufswagen und Treppengeländer haften Milliarden von Krankheitserregern. Deswegen gehört zur Vorbeugung vor einer Infektion grundsätzlich, und in der Erkältungssaison ganz besonders, dass man sich immer die Hände gründlich wäscht, wenn man nach Hause kommt.
    Eine Infektion führt zu einer Schädigung der Schleimhaut und Menschen in der unmittelbaren Umgebung können angesteckt werden.

    Die Symptome können unterschiedlich ausgeprägt sein. Von einer nur geringen Beeinträchtigung bis hin zu einem ausgeprägten Krankheitsgefühl können diese Symptome reichen.

    Was kann man vorbeugend tun?

    Allgemein als „gesund“ geltende grüne und bunte Lebensmittel, also Gemüse und Obst, haben eine gewisse Schutzwirkung auf die Atemwege und tragen so in gewissem Ausmaß zur Vorbeugung von Atemwegsinfektionen bei. Körperliche Bewegung hilft bei der Verbesserung des Immunsystems, solange es sich um mäßigen Ausdauersport handelt. Hochleistungssport dagegen schwächt die Immunabwehr eher.

    Die üblichen Schutzimpfungen sollten selbstverständlich sein, werden aber leider gerade bei Erwachsenen oft nicht mehr aufgefrischt. Gerade die jährliche Schutzimpfung gegen Grippe (Influenza) ist wichtig. Sie hat zwar keine unmittelbare Schutzwirkung gegen Erkältungskrankheiten, sondern schützt gegen die „echte Grippe“. Man hat aber den Eindruck, dass Menschen, die sich regelmäßig gegen Grippe impfen lassen, tendenziell weniger Erkältungen bekommen, weil die Impfung jedes Mal ein Training für das Immunsystem ist. Menschen mit schweren Atemwegserkrankungen und anderen Erkrankungen sollten auch eine Pneumokokkenimpfung ins Auge fassen.

    Dass Rauchen und übermäßiger Alkoholgenuss das Immunsystem generell und speziell die lokale Abwehr im Bereich der Atemwege schwächen, ist wahrscheinlich Jedem bekannt.

    In der Erkältungssaison sollte man, soweit dies möglich ist, unnötige Menschenansammlungen meiden. Erste Handlung nach dem Nachhausekommen sollte sein, die Hände als hauptsächliche Überträger von Krankheitserregern gründlich zu waschen.

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    Autor

    Dr. Wolfgang Randelshofer

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    Pneumologie und Schlafmedizin - 34 Jahre Berufserfahrung
    Dr. Wolfgang Randelshofer

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