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    Trockener Husten - das unangenehme Kratzen im Hals

    Anhaltender trockener Husten ist die wohl unangenehmste Form von Husten, denn je mehr wir uns bemühen, das unangenehme Kratzen oder Hüsteln im Hals loszuwerden, umso schlimmer wird es und endet in einem intensiven, langanhaltenden Hustenanfall. Dazu kommen oft noch brennende Schmerzen in den Bronchien oder hinter dem Brustbein. Trockener Husten zeichnet sich dadurch aus, dass er nicht produktiv ist, also kein Hustenschleim oder Sputum transportiert. Er wird allein durch die gereizte, entzündete Schleimhaut hervorgerufen.

    Junge Frau hustet in einer Apotheke

    Das Wichtigste auf einen Blick

    Was ist Husten überhaupt?

    Husten ist ein Reflex, der die Atemwege vor schädigenden Einflüssen schützt und Sekrete, Schleime und Fremdkörper entfernt. Der Hustenreflex wird ausgelöst, wenn Rezeptoren, die Hustenfühler, Störfaktoren in den Bronchien an das Gehirn melden. Das Hustenzentrum schickt daraufhin Nervenimpulse an die Atemmuskulatur und den Kehlkopf. Der Kehlkopfdeckel schließt sich, die Zwischenrippenmuskeln und das Zwerchfell ziehen sich zusammen und bauen Druck auf. Daraufhin wird die Luft explosionsartig mit hoher Geschwindigkeit ausgestoßen. Im Idealfall nimmt sie alles mit, was nach Ansicht der Hustenfühler nichts im Atemweg verloren hat.

    Der Husten ist dabei das Notfallprogramm, wenn das normale Reinigungsprogramm überlastet ist. Denn normalerweise werden alle Partikel, die mit der Atemluft in die Atemwege gelangen, sei es Staub, Krankheitserreger oder gasförmige Stoffe, von der Schleimschicht der Atemwege eingefangen und von den Flimmerhärchen zurück zum Rachenraum transportiert. Dort werden sie, ohne dass wir das bemerken, geschluckt, im Magen unschädlich gemacht und anschließend über das Verdauungssystem entsorgt. Diesen Selbstreinigungsmechanismus nennt man auch mukoziliäre Clearance.

    Jedenfalls ist Husten keine Krankheit, sondern das Begleitsymptom einer Erkrankung oder Störung.

    Husten ist nicht gleich Husten

    Husten kann akut oder chronisch sein. Vor allem, wenn er nach acht Wochen nicht abgeklungen ist, könnte es sich um einen chronischen Verlauf handeln. Und Husten kann produktiv oder nicht produktiv sein. Ist der Husten trocken, fördert also keinen Schleim zu Tage, nennt man ihn auch unproduktiven Husten oder Reizhusten. Im Gegensatz dazu steht der produktive Husten, bei dem überflüssiger Schleim aus den Bronchien abgehustet wird.

    Junge Frau hustet in die Faust

    Produktiver Husten

    Produktiver Husten ist oft unangenehm, sollte aber stets ernst genommen werden. Alles über Ursachen, Dauer und Behandlungsmöglichkeiten des produktiven Hustens erfahren Sie hier.

    Eine Flasche Hustensaft und ein Löffel auf einem Holztisch mit Efeu

    Mittel gegen Reizhusten

    Bei Reizhusten ist schnelle Hilfe wichtig, Doch welche Hausmittel und Medikamente stillen den Husten am besten? Alles über Hustenbonbons, Hustensaft, Tee, Honig und Co.

    Trockener Husten kann sehr viele verschiedene Ursachen haben

    • Wenn wir uns verschlucken und versehentlich etwas in die Atemwege gelangt, reagieren wir auf diesen Reiz mit einem Hustenanfall. Deswegen nennt man ihn auch Reizhusten. Auch wenn wir Reizstoffe, wie bestimmte Gase, Staub, Chemikalien einatmen, reagieren wir mit einem spontanen Hustenreiz. Auch der saure Reflux, der Sodbrennen verursacht, kann bis in die Atemwege vordringen.
    • Dauert die Exposition länger an, kann sich eine chronische Entzündung der Atemwege mit einem trockenen Dauerhusten entwickeln.
    • Es liegt nahe, dass auch Atemwegs- und Lungenerkrankungen einen trockenen Reizhusten verursachen. Dazu gehören etwa Asthma, Kehlkopfentzündung oder Laryngitis, Luftröhrenentzündung oder Tracheitis, Lungenembolie oder Lungenemphysem.
    • Ein lang andauernder trockener Husten kann durch eine Bakterieninfektion und Keuchhusten verursacht sein.
    • Auch bei chronischen Herzerkrankungen wie Herzinsuffizienz (Herzschwäche), Herzinnenhautentzündung oder Endokarditis, Herzmuskelentzündung oder Myokarditis und Herzbeutelentzündung oder Perikarditis kann ein trockener Husten als Begleitsymptom auftreten.
    • Trockener Husten kann auch als Nebenwirkung bei der Einnahme bestimmter Blutdruck senkender Medikamente wie ACE-Hemmer, AT-II-Blocker oder Beta-Blocker auftreten.
    • Außerdem kann eine Überbeanspruchung des Sprechapparates mit Heiserkeit ebenso der Auslöser sein.
    • Psychischer Stress kann sich in einem habituellen oder psychogenen Husten äußern.
    • In dem meisten Fällen ist trockener Husten aber der Vorbote eines harmlosen Atemwegsinfekts. Viren oder Bakterien besiedeln die Schleimhaut der Bronchien und rufen dort eine Entzündungsreaktion hervor. Die entzündete Bronchialschleimhaut reagiert darauf mit einem trockenen Husten ohne Auswurf, der typisch für das Anfangsstadium einer Erkältung ist, aber auch beim Abklingen des Infektes wieder Beschwerden verursachen kann. Wenn trockener Husten und Fieber gleichzeitig auftreten, kann das auf eine echte Grippe durch Influenza-Viren hinweisen.

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    Es müssen nicht immer Medikamente sein, auch viele Hausmittel wie Tee, Honig oder Inhalation helfen gegen Reizhusten. Wer von Hausmitteln nicht überzeugt ist, kann auch auf viele pflanzliche Hustensäfte zurückgreifen. Diese haben kaum Nebenwirkungen und wirken meist lokal an den gereizten Schleimhäuten.

    Es müssen nicht immer Medikamente sein, auch viele Hausmittel wie Tee, Honig oder Inhalation helfen gegen Reizhusten. Wer von Hausmitteln nicht überzeugt ist, kann auch auf viele pflanzliche Hustensäfte zurückgreifen. Diese haben kaum Nebenwirkungen und wirken meist lokal an den gereizten Schleimhäuten.

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    Dauer und Behandlung von trockenem Husten

    Junger Mann hustet bei der Besprechung mit einem Arzt

    Sollte der Husten ungewöhnlich lange anhalten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um die Ursachen abzuklären.

    Trockener Husten tritt als Begleiterscheinung im Anfangs- und Endstadium von Atemwegsinfekten auf und kann bis zu acht Wochen andauern.

    Was soll man nun tun, wenn der Hals trocken bleibt und die Beschwerden nicht abklingen?

    Bei länger andauerndem Reizhusten sollte die Ursache unbedingt mit einem Arzt abgeklärt werden. Er wird die Atemgeräusche abhören und gegebenenfalls einen Lungenfunktionstest oder eine Bronchoskopie durchführen. Eine Bronchoskopie ist eine endoskopische Untersuchung der Atemwege und der Lunge. Dabei wird eine Sonde in die Atemwege eingeführt und diese mit einer Kamera genau untersucht. Auch bildgebende Verfahren, wie Röntgenaufnahmen oder Computertomographie, und labordiagnostische Methoden liefern Hinweise auf die Ursache der Beschwerden.

    Die Behandlung von Reizhusten richtet sich nach der Ursache der Beschwerden. Es werden vor allem den Hustenreiz stillende Medikamente sowie Hausmittel gegen trockenen Husten angewendet, solange kein Verdacht auf eine andere Erkrankung als einen Atemwegsinfekt besteht.

    Medikamente gegen trockenen Husten

    Trockener Husten wird routinemäßig mit Hustenstillern oder Antitussiva behandelt. Sie stillen den quälenden Hustenreiz, indem sie den Hustenreflex im Gehirn blockieren. Viele Husten stillende Medikamente, wie Codein, gehören zur Stoffklasse der Opioide. Auch Heroin wurde ursprünglich als Antitussivum vermarktet. Opioide binden an Opioidrezeptoren im Gehirn und tragen ein gewisses Suchtpotential mit sich. Es gibt sehr viele verschiedene Nebenwirkungen, am häufigsten treten Müdigkeit, Übelkeit und Erbrechen auf.

    Modernere Hustenstiller mit dem Wirkstoff Pentoxyverein und ähnlichen Verbindungen docken im Gehirn an anderen Rezeptoren, die Sigma-1-Rezeptoren an und haben kein Suchtpotential und keine sedierenden Nebenwirkungen.

    Es ist wichtig, dass Hustenstiller niemals bei produktivem Husten mit der Sekretion von Sputum eingenommen werden dürfen. Hustenblocker hemmen den Hustenreflex im Gehirn und verhindern so das Abhusten des Schleimes, was zu einem Schleimstau führen kann.

    Schon gewusst?

    Trockener Husten bringt uns vor allem nachts oft um den Schlaf. Um den Hustenreiz in der Nacht zu lindern hilft es häufig schon die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Hängen Sie zum Beispiel vor dem Schlafengehen ein paar nasse Handtücher zum Trocknen auf.

    Heilpflanzen gegen trockenen Husten

    Wenn ein trockener Hals das Husten unerträglich macht und auch andauerndes Schlucken nicht mehr hilft, lindert Flüssigkeit im Rachen die Beschwerden. Kräutertees und -pastillen helfen über die trockenen Tage hinweg, bis der Husten in seine produktive Phase übergeht und Viren und Bakterien mit dem Schleim abgehustet werden.

    Zur Linderung von trockenem Reizhusten haben sich Heilpflanzen wie Eibisch, Isländisch Moos, Malve, Lindenblüten, Spitzwegerich oder Huflattich bewährt.

    Diese Pflanzen sind reich an wasserlöslichen Schleimstoffen. Schleimstoffe sind langkettige Mehrfachzucker, die reichlich Wasser binden können und zu einem voluminösen Gel aufquellen. Sie legen sich wie ein Schutzfilm auf die gereizten Schleimhäute und entfalten lokal eine erweichende, Reiz mildernde und einhüllende Wirkung.

    Die Schleimstoffe zersetzen sich beim Erhitzen. Für eine optimale Wirkung sollten die Schleimstoffe möglichst lange Kontakt mit der Schleimhaut halten. Deswegen ist eine Anwendung als Tee eigentlich ungeeignet, denn das Erhitzen senkt den Gehalt an Wirkstoff und er verweilt auch nicht lange genug an der gereizten Stelle.

    Am besten verwendet man einen Auszug, den man mit kaltem Wasser ansetzt: Versetzen Sie zwei Esslöffel Pflanzenmaterial mit einem Viertelliter Wasser, lassen den Ansatz mindestens 30 Minuten ziehen und rühren ihn währenddessen häufig um. Dann seihen Sie ihn ab und wärmen ihn leicht an.

    Auch Huflattich ist ein altbewährtes Heilkraut gegen Husten. Das sagt schon sein Name Tussilago – da steckt der Husten – tussis – schon drin. Er enthält aber auch Pflanzenstoffe, sogenannte Pyrrolizidin-Alkaloiden (PA), die schädlich für die Leber sind. Deswegen wird vom Gebrauch selbst gesammelten Huflattichs abgeraten. Heute werden zur Arzneimittelherstellung ausschließlich aus Huflattichblättern von ausgelesenen Sorten verwendet, die frei von Pyrrolizidin-Alkaloiden sind.

    Man muss aber nicht selbst durch Wald und Flur streifen, wenn sich eine Erkältung anbahnt. Die Wirkstoffe der Heilpflanzen sind in Form von rezeptfreien Medikamenten, als Lutschpastillen oder Sirup erhältlich, so dass man dem Ende des lästigen Reizhustens fast entspannt entgegensehen kann.

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    Autor

    Martin Diekmann

    Facharzt für Innere Medizin - Tätigkeitsschwerpunkt: Kardiologische Erkrankungen
    Martin Diekmann

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