Home Hustenarten Chronischer Husten

    Was ist chronischer Husten?

    Chronischer Husten kann die Lebensqualität stark beeinträchtigen und ordentlich Leidensdruck aufbauen. Die Betroffenen ziehen sich zurück, scheuen sich, in der Öffentlichkeit aufzutreten und mit ihren Hustensalven die Mitmenschen zu verstören. Chronischer Husten ist gar nicht so selten. Etwa zehn Prozent der Bevölkerung leidet darunter, vor allem älteren Menschen und Frauen häufiger als Männer.

    Je nach Dauer wird Husten als akut oder chronisch eingestuft. In den meisten Fällen ist Husten als Begleiterscheinung eines Atemweginfektes, ein akuter Husten, der in der Regel nach drei bis vier Wochen abgeklungen ist. Plagt uns der Husten länger als acht Wochen, besteht die Gefahr, dass er einen chronischen Verlauf genommen hat.

    Junger Mann mit Bronchitis hustet

    Das Wichtigste auf einen Blick

    • Welche Ursachen hat chronischer Husten?
    • Kann chronischer Husten geheilt werden?
    • Kann man chronischen Husten auch wieder loswerden?

    Welche Ursachen hat chronischer Husten?

    Chronischer Husten kann viele verschiedene Ursachen haben. Wenn sichergestellt ist, dass es sich bei den Beschwerden nicht um den verschleppten Verlauf eines banalen Atemwegsinfekts handelt, der einfach ein bisschen länger braucht, bis er sich verabschiedet, kommen noch verschiedene Erkrankungen der Lunge oder auch anderer Organe in Frage.

    Häufige Ursachen für chronischen Husten sind

    • Chronische Bronchitis: Bronchitis ist eine Entzündung der großen Atemwege. Eine chronische Reizung schädigt die Schleimhäute der Atemwege, worauf diese allmählich ihre Selbstreinigungskraft, die mucoziliäre Clearance, einbüßen, was die Schleimhäute zusätzlichen Reizen aussetzt. Ein Teufelskreis, in dessen Verlauf sich narbige Veränderungen und Bronchiektasen bilden können. Bronchiektasen sind sackartige Erweiterungen der Bronchien, in denen sich Sekret sammelt, das zu eitrigen Entzündungen führen kann. Auslöser sind eher physikalische Reize wie Feinstaub, Zigarettenrauch oder Luftverschmutzung, während eine akute Bronchitis meist durch eine Virusinfektion ausgelöst wird.
    • COPDChronic obstructive pulmonary disease, deutsch chronisch-obstructive Lungenerkrankung, ist eine chronische Lungenerkrankung, die dadurch gekennzeichnet ist, dass die Bronchien übermäßig stark auf verschiedene Reize wie Kälte, Staub, Rauch oder Anstrengung reagieren. Im Volksmund nennt man sie auch Raucherlunge, obwohl Tabakkonsum nicht , aber fast immer der Auslöser ist. COPD entwickelt sich oft aus einer chronischen Bronchitis. Die Atemwege verengen sich und die eingeatmete Luft kann nicht mehr ausgeatmet werden. Das Ergebnis ist Atemnot und eine Überblähung der Lunge, ein Lungenemphysem. Die Beschwerden sind bei COPD ein ständiger Wegbegleiter und die Krankheit nimmt in ihrem Verlauf ständig an Schwere zu. Durch die ständige Reizung der Schleimhäute kommt es zu Umbauprozessen, die zu Vernarbungen führen, die die Atemwege verengen. COPD betrifft vor allem Menschen in der zweiten Lebenshälfte.
    • Asthma bronchiale: Asthma bronchiale ist eine Erkrankung der Lunge, bei der es immer wieder zu starken Verkrampfungen der Atemwege und Anfällen von Atemnot kommt. Die Symptome von Asthma und COPD sind sehr ähnlich, aber bei Asthma treten die Beschwerden schubartig in Episoden auf, weil sie durch bestimmte Auslöser in der Umwelt hervorgerufen werden. Für Asthma gibt es allergene und nicht-allergene Auslöser. Asthma betrifft eher jüngere Menschen.
    • Chronische Rhinosinusitis mit Postnasal Drip Syndrom: Bei einer chronischen Nebenhöhlenentzündung kann es passieren, dass kleine infektiöse Tröpfchen aus dem Nasenbereich eingeatmet werden und immer wieder die unteren Atemwege infizieren. Die Quelle der Beschwerden liegt eigentlich in den oberen Atemwegen, in entzündeten Schleimhäuten und einer verstopften Nase. Das Sekret kann nicht über die Nase ablaufen und tropft stattdessen über die Luftröhre in die unteren Atemwege. Als Folge geht die Infektion auf die Bronchien über, das sogenannte sinu-bronchiale Syndrom.
    • Gastroösophagaler Reflux: Reflux von Magensäure aus dem Magen über die Speiseröhre kann, vor allem nachts und im Liegen, den Kehlkopf erreichen und darüber in die Atemwege gelangen. Der saure Reflux reizt die Schleimhäute der Atemwege und beschert uns einen lästigen Husten.
    • Psychogener Husten: Psychogener Husten wird nicht durch organische, sondern durch psychische Ursachen ausgelöst. Das können etwa Konfliktsituationen oder emotionale Anspannung sein. Oft geht der Entstehung von chronisch psychogenem Husten tatsächlich ein Infekt der oberen Atemwege voraus. Dabei kann es zu einer “Hustenbahnung” kommen. Der Hustenreflex wird daraufhin besonders leicht ausgelöst und die niedrige Reizschwelle bleibt über das Ende der primären Erkrankung, dem Atemwegsinfekt, bestehen. Auffällig ist auch, dass der Husten nicht aus dem Schlaf heraus auftritt, und nur einmal pro Atemzug gehustet wird. Die Betroffenen können problemlos sprechen und Medikamente sprechen nicht an. Das Husten tritt nicht reflexartig, sondern willentlich auf. Es handelt sich dabei eher um eine Angewohnheit, einen Tick, als eine echte Erkrankung. Psychogener Husten tritt vor allem bei Kindern und Jugendlichen, seltener bei Erwachsenen auf.
    Man fasst sich an die Brust und hält sich beim husten die Hand vor den Mund

    anhaltender Husten

    Wenn der Husten nicht weggeht ist es zum Verrücktwerden. Die Erkältung scheint überstanden, warum aber hält sich dieser hartnäckige Husten?

    Hustensaft wird auf einen Löffel gegeben

    Hustenstiller

    Bei trockenem Husten, der auch Reizhusten genannt wird, sollte man einen Hustenstiller nehmen. Dieser sorgt für eine Linderung des Hustenreizes.

    Hinter chronischem Husten können sich aber noch viele andere Problematiken verstecken:

    • Unerkannte infektiöse Lungenkrankheiten, wie Tuberkulose, Keuchhusten oder Lungenentzündung
    • Bei Lungenkrebs ist chronischer Husten das bedeutendste Symptom bei der Erstdiagnose.
    • Herzkrankheiten wie Herzmuskelentzündung, Herzinfarkt oder Herzschwäche werden oft von Husten begleitet.
    • Allergien und Lebensmittelunverträglichkeiten können von chronischem Husten begleitet werden
    • Chronischer Husten kann als Nebenwirkung bei der Einnahme bestimmter Medikamente wie ACE-Hemmer auftreten.

    Husten gilt dann als chronisch, wenn er länger als sechs oder acht Wochen anhält. Bei einer normalen Erkältung dauert der Husten in der Regel nicht so lange. Wenn es doch so ist, kann dem Husten vielleicht eine andere Ursache zugrunde liegen. Zum Beispiel Asthma, eine chronische Lungenerkrankung wie COPD, Raucherhusten oder Keuchhusten können die Gründe sein.

    Husten gilt dann als chronisch, wenn er länger als sechs oder acht Wochen anhält. Bei einer normalen Erkältung dauert der Husten in der Regel nicht so lange. Wenn es doch so ist, kann dem Husten vielleicht eine andere Ursache zugrunde liegen. Zum Beispiel Asthma, eine chronische Lungenerkrankung wie COPD, Raucherhusten oder Keuchhusten können die Gründe sein.

    Kann chronischer Husten geheilt werden?

    Mann mit chronischer Bronchitis wird vom Arzt untersucht

    Wenn man unter langanhaltendem Husten leidet, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

    Wenn ein Husten chronisch geworden ist, gehört er auf jeden Fall in ärztliche Behandlung. Nur ein Arzt kann durch eine Differenzialdiagnose der Ursache auf den Grund gehen. In den meisten Fällen findet sich eine Erkrankung, mit deren Behandlung auch der chronische Husten wieder verschwindet. Findet man tatsächlich keine organische Ursache für den Husten, spricht man von idiopathischem Husten.

    Chronischer Husten kann produktiv, mit dem Auswurf von Hustenschleim, oder unproduktiv als trockener Reizhusten auftreten. Findet sich keine Ursache, kann man die Symptome nach Absprache mit dem Arzt behandeln. Trockener Husten wird mit Hilfe von Hustenstillern gelindert, die den Hustenreflex schon im Gehirn blockieren. Hustenlöser helfen bei produktivem Husten, den Schleim loszuwerden.

    Kann man chronischen Husten auch wieder loswerden?

    Diese Frage stellt sich vor allem für idiopathischen Husten, dessen Ursache man nicht kennt, und der gar nicht so selten vorkommt. Die Frage klingt paradox, denn als chronisch wird eine Krankheit bezeichnet, die von alleine nicht mehr ausheilt.

    Es ist allerdings allgemein anerkannt, dass Husten keine eigenständige Krankheit, sondern nur das Begleitsymptom einer anderen, primären Erkrankung ist. Wie kann es da idiopathischen Husten geben? Scheinbar kennt man in diesem Fall einfach die Ursache nicht. Vielleicht lohnt es sich dann, über alternative Heilmethoden nachzudenken, statt sich seinem Schicksal zu fügen. Schließlich hat alles eine Ursache.

    Stellen Sie sich vor, Sie bringen ihren Wagen in die Werkstatt, weil ein warnendes Lämpchen leuchtet. Der Mechaniker weiß nicht, warum und schraubt es einfach heraus. Jetzt leuchtet nichts mehr. Das Problem ist gelöst. Würden Sie da nicht über einen Werkstattwechsel nachdenken?

    Schon gewusst?

    Husten kann zu verschiedenen Tageszeiten und Situationen auftreten. Wenn nach einer Woche Selbstmedikamentation keine Besserung eintritt, treten Sie am besten den Gang zum Arzt an.

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    Autor

    Martin Diekmann

    Facharzt für Innere Medizin - Tätigkeitsschwerpunkt: Kardiologische Erkrankungen
    Martin Diekmann

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