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    Rauchen als Ursache von Husten

    Raucherhusten ist eine chronische Form des Hustens und eine Folge von jahrelangem Rauchen. Der Raucherhusten ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für die chronische Bronchitis, die in den allermeisten Fällen durch das Rauchen verursacht wird. Für eine erfolgreiche Behandlung ist ein sofortiger Rauchstopp das Allerwichtigste. Hier erfahren Sie alles Wissenswerte rund um den Raucherhusten.

    Junger Mann mit Zigarette in der Hand hustet

    Das Wichtigste auf einen Blick

    • Raucherhusten ist gekennzeichnet durch stark verschleimten Husten, der meist morgens auftritt und mit Kurzatmigkeit einhergehen kann.
    • Raucherhusten ist oft eine Vorstufe für weitere schwere Lungenerkrankungen wie COPD oder Lungenkarzinome.
    • Ein sofortiger Stopp jeglichen Rauchens ist die wichtigste Maßnahme gegen die damit verbundenen Risiken.
    • Sie sollten immer einen Arzt für die Besprechung der Behandlung hinzuziehen, um weitere Schädigungen der Lunge zu verhindern.

    Wie erkennt man einen Raucherhusten?

    Einer der Hauptkennzeichen eines Raucherhustens ist ein stark produktiver Husten mit vermehrter Schleimbildung. Vor allem morgens, nach der nächtlichen Ruhephase (auch vom Rauchen) kommt es häufig zu starken Hustenattacken mit Auswurf. Ein gelegentlicher Raucherhusten kann sich auf Dauer zu einer chronischen Bronchitis entwickeln und sogar in eine chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD) münden.

    Einher geht der stark verschleimte Husten mit rasselnden oder pfeifenden Geräuschen beim Atmen sowie mit Kurzatmigkeit. Viele Betroffene erfassen die Tragweite ihrer Raucherhusten Symptome leider erst spät, so dass die Erkrankung sich schleichend weiter entwickeln kann. Wenn man nicht rechtzeitig mit dem Rauchen aufhört kommen Hustenanfälle immer öfter und auch schon bei kleineren Anstrengungen vor.

    Bei weiter anhaltendem Tabakkonsum drohen jedem Raucher irreparable Schädigungen. Deswegen sollten die hier beschriebenen Symptome nicht ignoriert werden. Tauchen sie bei Ihnen auf, gehen Sie damit umgehend zu einem Arzt.

    Wie entsteht Raucherhusten?

    In jeder Zigarette sind mehr als 12.000 chemische Giftstoffe enthalten, die in den Bronchien entzündliche Umbauprozesse in Gang setzen. Die empfindlichen Strukturen in der Lunge schützen sich vor den eindringenden Schadstoffen im Tabakrauch mit einer vermehrten Schleimbildung. Normalerweise erfolgt der Abtransport des schleimigen Sekrets über die Flimmerhärchen in den Bronchien. Durch längeres Rauchen sind diese jedoch in ihrer Funktion beeinträchtigt. Vor allem in der Nacht versucht der Körper, seine Selbstheilungskräfte einzusetzen und ein zäher Schleim sammelt sich nachts in den Bronchien an. Deshalb leiden Raucher vor allem morgens an quälenden Hustenattacken.

    Durch die giftigen Bestandteile des Zigarettenrauchs sind bei Raucherhusten bereits strukturelle Schäden an den Flimmerhärchen entstanden. Jede weitere Zigarette belastet das Immunsystem aufs Neue.

    Junge Frau mit Inhalator

    Asthmatischer Husten

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    Mann mit chronischer Bronchitis wird vom Arzt untersucht

    Chronische Bronchitis

    Eine chronische Bronchitis kann unbehandelt zu COPD führen. Umso besser ist es, wenn man eine chronische Bronchitis schnell erkennt, sodass man diese schnell und effektiv behandeln kann.

    Raucherhusten behandeln – was hilft?

    Diagnostik:

    Wer die oben beschriebenen Symptome eines Raucherhustens bei sich feststellt, sollte einen Lungenfacharzt aufsuchen und einen Lungenfunktionstest durchführen lassen. Bei einer solchen Untersuchung wird die Funktion der Lunge sowie der Atemwege überprüft. Dazu kommen verschiedene Verfahren wie die Spirometrie, Bodyplethysmografie oder die Spiroergometrie (eine Lungenuntersuchung unter körperlicher Belastung) zum Einsatz. Bei Rauchern über 40 Jahren sind regelmäßig durchgeführte Lungenfunktionstests ratsam.

    Raucherhusten gilt in der Medizin nicht als ein eigenständiges Krankheitsbild, sondern umschreibt alle Symptome, die nach längerem Tabakkonsum entstehen und auf schwere Lungenkrankheiten hinweisen. Die durch das Rauchen angegriffenen Atemwegsstrukturen können zu einer kürzeren Lebenserwartung führen.

    Raucherhusten gilt in der Medizin nicht als ein eigenständiges Krankheitsbild, sondern umschreibt alle Symptome, die nach längerem Tabakkonsum entstehen und auf schwere Lungenkrankheiten hinweisen. Die durch das Rauchen angegriffenen Atemwegsstrukturen können zu einer kürzeren Lebenserwartung führen.

    Behandlung von Raucherhusten

    Junger Mann inhaliert über einer Schüssel

    Inhalieren kann auch bei Raucherhusten helfen das Leiden zu lindern

    Um Raucherhusten zu behandeln, ist das Rauchen zu unterlassen die beste Lösung für die Gesundheit. Sind die Bronchien durch das Rauchen bereits geschädigt, wirkt jede weitere Belastung der Lunge durch Zigaretten- und Tabakrauch extrem schädlich.

    Es gibt natürlich einige Verhaltensempfehlungen und Mittel, die das Abhusten des zähen Schleims etwas erleichtern:

    • Viel trinken
      Durch eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr wird der vermehrte Schleim in den Bronchien flüssiger und kann besser abgehustet werden.
    • Hustenlöser und Medikamente: Es gibt einige freie sowie verschreibungspflichtige Medikamente, die ebenfalls den festsitzenden Schleim in der Lunge lösen können und lindernd auf die chronische Entzündung wirken. Dabei gibt es synthetische Hustenlöser (Acetylcystein, Bromhexin oder Ambroxol) und pflanzliche Wirkstoffe wie Thymian, Efeu oder Primel
    • InhalationenDurch Inhalationen mit einer isotonischen Kochsalzlösung oder mit heilpflanzlichen Zusätzen kann Linderung entstehen. Die kleinsten Tröpfchen vernebelten Wassers dringen bei der Inhalation tief in die Bronchien vor und können dort helfen, den Schleim zu verflüssigen, so dass er besser abgehustet werden kann.

    So kann man Raucherhusten wegbekommen: Die Sucht bekämpfen

    Der Hauptauslöser einer chronischen Bronchitis ist das Zigarettenrauchen. So lautet die erste und entscheidende Maßnahme, sofort mit dem Rauchen aufzuhören!

    Für einen eingefleischten Raucher klingt das leichter als getan. Nicht umsonst zählt das Zigarettenrauchen zu einer der hartnäckigsten Süchte in den Industrieländern. Rauchen macht nicht nur körperlich, sondern auch psychisch abhängig. Das kann heißen, dass jemand noch nicht mal dann mit dem Rauchen aufhören kann, wenn er Raucherhusten und Kurzatmigkeit entwickelt hat. Eingefleischte Raucher kennen das nur zu gut.

    Schon gewusst?

    Die abhängig machende Substanz beim Tabakrauchen ist Nikotin. Die beruhigende Wirkung des Nikotins kann relativ schnell süchtig machen. Bestimmte Rezeptoren im Gehirn registrieren die Botschaft „Belohnung“ und beim Absetzen des Stoffs entstehen Entzugserscheinungen.

    Seine Nikotin-Sucht zu beenden, ist umso schwieriger, je länger und stärker man bisher geraucht hat. Wenn man glaubt, das alleine nicht zu schaffen, gibt es die Möglichkeit, über

    • Entwöhnungsprogramme oder Sucht-Beratungsstellen Hilfestellung zu bekommen.
    • Eine Alternative zum Rauchen sind (Elektronische)-Zigaretten. Über das Verdampfen bei der E-Zigarette ist ein ungefährlicheres „Rauchen“ möglich, denn hier wird weder Tabak noch Rauch, sondern nur Dampf eingeatmet. Allerdings gibt es hierzu noch keine Langzeitstudien weshalb auch E-Zigaretten mit Vorsicht zu genießen sind.
    • Auch Nikotinpflaster können helfen, den Entzug mit der kontrollierten Aufnahme des Suchtstoffes Nikotin über die Haut zu kontrollieren.

    Wer mit dem Rauchen aufhört, wird sich auf Dauer über eine Verbesserung seiner Gesundheit erfreuen können. Mit einer ergänzenden Behandlung kann er nicht nur die Symptome seines Raucherhustens in den Griff bekommen, sondern auch insgesamt wieder leistungsfähiger werden. Als Nichtraucher minimiert man das Risiko, an Krebs zu erkranken, erheblich. Eine bessere Haut kann sich auch einstellen – und das gute Gefühl, endlich unabhängig geworden zu sein von seiner Sucht.

    Hält der Husten auch nach dem Rauchstopp an?

    Bei vielen Rauchern verschlimmert sich der Raucherhusten nach einem Rauchstopp zunächst. Gerade in den ersten Wochen nach dem Aufhören kann es zu einer Verschlimmerung kommen. Bei starken Rauchern haben sich die Flimmerhärchen der Bronchien so verklebt, dass der entstandene Schleim nur noch schwer abtransportiert werden konnte. Deswegen muss sich der Abtransport der schädlichen Rückstände erst einmal verstärken. Durch den vermehrten Auswurf können sogar Halsschmerzen auftauchen.

    Nach einigen Wochen nach dem Rauchstopp sollte der Husten sich jedoch gelegt haben. Wenn Sie blutigen oder eitrig gelben oder grünlichen Auswurf bekommen, möglicherweise verbunden mit Fieber, müssen Sie unbedingt zu einem Arzt gehen!

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    Autor

    Martin Diekmann

    Facharzt für Innere Medizin - Tätigkeitsschwerpunkt: Kardiologische Erkrankungen
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