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    Impfung gegen Keuchhusten

    Die Impfung gegen Keuchhusten (Pertussis) ist eine der wichtigsten Impfungen in unseren Breitengraden und schützt viele Jahre vor dieser Erkrankung. In unserem Artikel erfahren Sie, warum man sich impfen lassen sollte, wann man die Impfung auffrischen sollte und weitere nützliche Informationen.

    Mädchen wird von einer Ärztin geimpft

    Das Wichtigste auf einen Blick

    • Die Impfung gegen Keuchhusten ist die beste vorbeugende Maßnahme
    • Es gibt keinen separaten Keuchhusten Impfstoff. Er besteht aus der zusätzlichen Kombination der Impfstoffe gegen Tetanus, Diphtherie, Kinderlähmung, Hib und Hepatitis B
    • Sowohl die Grundimmunisierung als auch die Auffrischung sind kostenlos
    • Empfohlen wird die Auffrischung im Alter von 5 bis 6 Jahren, im Alter von 9 bis 17 Jahren und einmalig für Erwachsene
    • Das größte Risiko für eine Weiterverbreitung von Pertussis sind Jugendliche und Erwachsene, die die Auffrischung vergessen
    • Für Säuglinge kann Keuchhusten schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben
    • Grundsätzlich werden die Impfungen empfohlen, was mit Hinblick auf den schweren Krankheitsverlauf vor allem bei Kindern sinnvoll ist. Verpflichtet dazu ist aber niemand

    Warum soll man sich gegen Keuchhusten impfen lassen?

    Der Keuchhusten ist eine hoch ansteckende bakterielle Erkrankung. Dabei kommt es mitunter zu heftigen Hustenattacken, für kleine Kinder und Babys kann Keuchhusten lebensgefährlich sein. Der Krankheitsverlauf kann sich über mehrere Wochen ziehen und ist für alle Betroffenen anstrengend und kräftezehrend. Recht häufig kommt es zu Lungenentzündungen und Mittelohrentzündungen, sogar Krampfanfälle treten mit einer Wahrscheinlichkeit von zwei bis vier Prozent auf. Von 1000 Betroffenen stirbt durchschnittlich eine Person, meistens Säuglinge.

    Was kostet eine Impfung gegen Keuchhusten?

    Tatsächlich meiden manche Menschen die Impfung, weil sie denken, sie müssten etwas dafür bezahlen. Der Kinderarzt sollte jedoch eigentlich darüber aufklären, dass das Impfen kostenlos ist. Schließlich möchte der Staat ja, dass ein möglichst flächendeckender Impfschutz besteht. Darum müssen Sie nichts dafür bezahlen. Gleiches gilt übrigens für Diphtherie, Tetanus, Kinderlähmung (Polio), Masern, Hepatitis, Mumps und so weiter. Bei der Grundimmunisierung gegen Keuchhusten wird ohnehin noch gegen andere Krankheiten geimpft. Die Impfung kostet nur etwas, wenn Sie ihr Tier impfen lassen oder Zusatzimpfungen für eine Reise in tropische Gebiete brauchen.

    Kleines Mädchen hält sich beim Hustend die Hand vor den Mund

    Ist Keuchhusten ansteckend?

    Was sie über Keuchhusten wissen sollten, wie ansteckend diese Krankheit ist, wie lange die Inkubationszeit ist und was man tun kann, um das Leiden zu Lindern, erfahren Sie hier.

    Junge bekommt von seiner Mutter einen Löffel Hustensaft

    Mittel gegen Keuchhusten

    Bei Keuchhusten ist schnelle Hilfe gefragt. Doch welche Hausmittel und Medikamente sind am besten geeignet? Alles über die richtigen Mittel bei Keuchhusten.

    Wie schnell wirkt die Impfung gegen Keuchhusten?

    Die Impfung gegen Keuchhusten ist eine Vierfach-Impfung. Das heißt, drei Mal muss die Impfung wiederholt werden. Bereits nach der ersten Impfung besteht ein Schutz von etwa 40% gegen eine Infektion durch Pertussis. Beim Arzt können die Antikörper bestimmt werden. Man sagt, dass in der Regel nach etwa vier Wochen genug Antikörper gebildet wurden, um einen Schutz gegen Pertussis zu gewährleisten.

    Wann muss ich den Impfschutz auffrischen lassen?

    Zunächst sollte die Vierfach-Impfung auch wirklich konsequent nachverfolgt werden. Gerne passiert es, dass Eltern den Termin vergessen oder verlegen oder ihn komplett absagen. Schließlich gibt es keine Impfpflicht in Deutschland, sondern nur eine Impfempfehlung. Konkret ist der Verlauf folgendermaßen:

    • Die erste Impfung erfolgt bei Säuglingen ab der 9. Woche
    • Die zweite Impfung wird ab der 13. Woche verabreicht
    • Die dritte Impfung bekommt das Kind ab der 17. Lebenswoche
    • Die letzte Impfung wird zwischen dem 11. und dem 14. Lebensmonat gegeben

    Danach hält der Impfschutz etwa 5 Jahre und muss im Alter von 5 bis 6 Jahren aufgefrischt werden. Dann erneut im Alter von 9 bis 17 Jahren. Im Erwachsenenalter kann eine einmalige Auffrischung des Impfschutzes erfolgen. Der Impfstoff beinhaltet dann meistens zusätzlich eine Kombination aus Diphtherie und Tetanus.

    Wer es versäumt hat, sich impfen zu lassen und die Vermutung hat, sich mit Keuchhusten angesteckt zu haben, kann noch immer etwas dagegen tun. Rechtzeitig erkannt ist Keuchhusten gut mit Antibiotika behandelbar. Wie Sie Keuchhusten erkennen und was Sie tun sollten, erfahren Sie auf unserer Übersichtsseite zu Keuchhusten.

    Wer es versäumt hat, sich impfen zu lassen und die Vermutung hat, sich mit Keuchhusten angesteckt zu haben, kann noch immer etwas dagegen tun. Rechtzeitig erkannt ist Keuchhusten gut mit Antibiotika behandelbar. Wie Sie Keuchhusten erkennen und was Sie tun sollten, erfahren Sie auf unserer Übersichtsseite zu Keuchhusten.

    Wo kann ich mich gegen Keuchhusten impfen lassen?

    Kleines Mädchen wird von Doktor untersucht

    Der Kinderarzt muss die Impfung gegen Keuchhusten anordnen.

    Gehen Sie am besten zu Ihrem Arzt bzw. Kinderarzt. Laut Gesetz muss ein Arzt die Impfung anordnen, durchführen darf die Impfung aber jeder, der die fachlichen Voraussetzungen dafür hat. Das heißt also, dass es sein kann, dass Sie in medizinischen Einrichtungen im Rahmen einer anderen Behandlung geimpft werden könnten.

    Menschen, die sich kritisch mit dem Impfen auseinandersetzen, befürchten schlimme Nebenwirkungen. Die Keuchhusten-Impfung ist jedoch gut verträglich. An der Einstichstelle kann es zu einer Rötung und Schwellung kommen, die schmerzt. Gelegentlich treten allgemeine Krankheitssymptome auf, die nach drei Tagen abklingen.

    Kann man trotz Impfung Keuchhusten bekommen?

    Wenn Erwachsene, Jugendliche oder Kinder gegen Keuchhusten geimpft sind, besteht der Schutz entsprechend. Das heißt, die Krankheit Pertussis wird bei Ihnen nicht ausbrechen. Aber Keuchhusten ist hoch ansteckend, wie bei einer Grippe oder anderen Krankheiten, die per Tröpfcheninfektion verbreitet werden. Sie können die Erreger also durchaus mit sich herum tragen, wenn Sie Kontakt mit einer Person hatten, die an Keuchhusten erkrankt ist. Und das ist das Fatale. Viele merken dadurch gar nicht, dass Sie die Erreger weiterverbreiten, weil sie keine Symptome zeigen. Man wägt sich in vermeintlicher Sicherheit. Die Leidtragenden sind dann jene, die mit Ihnen in Kontakt kommen aber keinen Impfschutz haben. Das müssen nicht zwangsweise „Impffaule“ oder Impfverweigerer sein, sondern können auch Säuglinge sein. Wie Sie gelesen haben, werden diese erst ab der 9. Woche geimpft. Davor besteht kein Impfschutz. Und auch erst nach allen vier Impfungen kann man davon ausgehen, dass der Impfschutz komplett ist. Würde ein komplett flächendeckender Impfschutz bestehen, bestünde die Gefahr kaum. Aber Keuchhusten ist alles andere als ausgerottet. Schließlich werden Krankheiten auch im Rahmen der Globalisierung in Windeseile vom einen Ort zum anderen getragen.

    Ein weiterer Trugschluss: Erwachsene denken oft, sie hätten nie Keuchhusten gehabt und würden ihn auch nicht mehr bekommen. Hinzu kommt eine gewisse Impfmüdigkeit, denn wo ist in den Medien groß die Rede von Mumps, Diphtherie oder eben Keuchhusten? Dabei verläuft gerade der Keuchhusten bei Erwachsenen meistens untypisch. Das stakkatoartige Husten, das Keuchen, die drei Stadien der Erkrankung: All das kann sich auch nur durch einen lang anhaltenden unspezifischen Husten äußern. Meistens wird dieser ausgehalten, bis die Symptome verschwunden sind. Dass man zwischenzeitlich viele andere Menschen mit Pertussis angesteckt haben könnte, ahnt kaum jemand. Dahingehend finden Sie auf unserer Seite noch viele weitere Informationen rund um das Thema Keuchhusten.

    Schon gewusst?

    Die STIKO (Ständige Impfkommission) empfiehlt regelmäßig, welche Impfstoffe in welcher Kombination verwendet werden sollten. Dabei handelt es sich nicht um willkürliche oder gar vom Staat gelenkte Entscheidungen, sondern durch ein unabhängiges Gremium festgestellte und erprobte Fakten.

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    Autor

    Fabienne Müller

    Fabienne Müller

    Seit 15 Jahren Autorin im medizinischen Bereich.
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